Schnee legt Verkehr in weiten Teilen Europas lahm

6. Februar 2003, 19:18
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Lawinengefahr in den Alpen verschärft die Situation - Kältewelle reicht bis nach Süditalien und in die Türkei

Hamburg - Schneemassen haben am Donnerstag die Lawinengefahr in den Alpen verschärft und in weiten Teilen Deutschlands und in der Schweiz den Verkehr lahm gelegt. Autofahrer mussten sich von Bayern bis Niedersachsen über eisglatte Straßen kämpfen. Die Polizei war bei mehr als 500 Unfällen im Einsatz, über 80 Menschen wuren allein in Deutschland verletzt. Im gesamten Alpenraum herrschte große Lawinengefahr.

Berghotel in der SChweiz von Lawine überrollt

In der Schweiz hielten die seit vier Jahren heftigsten Schneefälle auch am Donnerstag an. Im Skigebiet von Flims im Kanton Graubünden wurde ein Bergrestaurant mit 40 Menschen von einer Lawine überrollt. Die in den Berg getriebene Bauweise des auf 1.800 Metern Höhe gelegenen Gasthauses verhinderte eine Katastrophe, niemand wurde nach ersten Berichten verletzt. Rettungsmannschaften mussten zu Fuß aufbrechen, da Hubschrauber wegen des schlechten Wetters nicht eingesetzt werden konnten.

Gotthard-Autobahn nach Lawine gesperrt

Die Gotthard-Autobahn als wichtigste Nord-Süd-Achse für den Schwerverkehr blieb am Donnerstag ab Amsteg nach einem Lawinenabgang gesperrt. Vor dem Tunneleingang stauten sich 250 Lastwagen. Der Schwerverkehr wird über die San-Bernadino-Route umgeleitet.

Mindestens drei Tote bei Schneesturm in Ungarn

Beim schlimmsten Schneesturm in Ungarn seit acht Jahren sind am Donnerstag mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Zwei Männer wurden in der nördlichen Stadt Satorajaujhely unter einer Fabrik verschüttet, die unter dem Gewicht des Schnees eingestürzt war, wie Rettungskräfte am Donnerstag berichteten. Ein weiterer Mann erfror.

Nach Regierungsangaben stand das Leben in zahlreichen Landesteilen still. Mehr als hundert Dörfer waren von der Außenwelt abgeschnitten.

Heftige Niederschläge über Südeuropa

Heftige Niederschläge brachen auch über Südeuropa herein. Wegen des starken Regens und der Schneeschmelze erlebt der Norden Spaniens die schlimmsten Überschwemmungen seit 1981. Straßen mussten gesperrt werden, mancherorts fiel der Strom aus. Die Behörden rechneten mit schweren Schäden an Gebäuden und Einbußen für die Landwirtschaft. In Gebirgsregionen schneite es so stark wie zuletzt vor 25 Jahren.

Kältewelle auch Mittel- und Süditalien

Eine Kältewelle sucht derzeit auch Mittel- und Süditalien heim. In der Nähe der süditalienischen Stadt Potenza kam es zu Erdrutschen nach den schweren Regenfällen. In den Bergregionen Kalabriens wurden Temperaturen bis zu minus 13 Grad gemeldet. Die Inseln Pantelleria und Linosa südlich von Sizilien blieben wegen des starken Windes weiterhin von der Umwelt abgeschnitten. Seit drei Tagen sind auch die Verbindungen zwischen Messina und den Liparischen Inseln Stromboli, Ginostra und Panarea, unterbrochen. Unterdessen kämpften Feuerwehrmannschaften in der norditalienischen Region Ligurien gegen eine Reihe von Waldbränden, die sich in der Nacht auf wegen des starken Windes ausgebreitet hatten.

Sturm in der Türkei

In der Westtürkei riss ein Sturm mit Spitzengeschwindigkeiten von 100 km/h in der ägäischen Küstenstadt Izmir einen Balkon ab, die Betonteile erschlugen einen Polizisten. Durch heftige Regenfälle stürzte auch ein Brücke ein. (APA/dpa)

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