Paris und Moskau beharren auf friedlicher Lösung

6. Februar 2003, 21:17
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Chirac sieht in Powell-Dokumenten keinen Grund für Positionswechsel - Iwanow: "Kein bemerkenswert neuer Beweis" in Powell-Rede

Moskau/Paris - Der französische Präsident Jacques Chirac sieht in den von US-Außenminister Colin Powell vorgelegten neuen Dokumenten keinen Grund, seine Position im Irak-Konflikt zu ändern. "Wir weigern uns zu denken, dass ein Krieg unvermeidbar ist", sagte Chirac. Er sprach sich für eine Fortsetzung und Intensivierung der UNO-Inspektionen im Irak aus. Die französischen Sozialisten hatten der Regierung zuvor vorgeworfen, in der Irak-Frage einzuknicken. Auch der russische Außenminister Igor Iwanow betonte vor Journalisten in Moskau, seine Regierung habe "überhaupt keinen Grund", ihre Haltung in der Irak-Frage zu ändern. Eine Analyse von Powells Rede vor dem UNO-Sicherheitsrat habe "keinen bemerkenswerten neuen Beweis" erbracht.

Frankreich und Russland streben nach der Rede von US-Außenminister Colin Powell weiterhin eine friedliche Lösung der Irak-Krise an. Der französische Präsident Jacques Chirac und sein russischer Kollege Wladimir Putin seien sich in einem Telefongespräch darüber einig gewesen, dass der Konflikt durch "politisch-diplomatische Mittel" beigelegt werden müsse, teilte der Kreml am Donnerstag mit. Deshalb müsse es weiterhin "eine enge Zusammenarbeit" geben. Putin und Chirac wollen ihre Gespräche über den Irak demnach bei einem Besuch des russischen Präsidenten in Frankreich ab kommendem Montag fortsetzen.

Der französische Premierminister Jean-Pierre Raffarin sagte vor Landsleuten in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi, dass seiner Regierung vor allem an der Zerstörung von Waffen gelegen sei, "die vermutlich im Irak angesammelt wurden". Frankreich sei zwar nicht "systematisch pazifistisch", wolle aber dennoch keinen Krieg. Ein Krieg könne nur "der letzte Ausweg" sein, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft seien, bekräftigte Raffarin.(APA/AP/red)

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    Vladimir Putin und Jacques Chirac verständigten sich per Telefon über die weitere Linie in der Irak-Krise. Der Konflikt müsse mit "diplomatisch-politischen Mitteln" beigelegt werden, forderten die beiden Staatmänner ganz pazifistisch.

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