Nach Wiederaufnahme des Fischfangs wieder "Prestige"-Öl an der Küste Galiciens

6. Februar 2003, 16:55
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Großtanker war vor zehn Wochen gesunken

La Coruna - Nur wenige Tage nach der Wiederaufnahme des Fischfangs sind Küstenabschnitte im Nordwesten Spaniens erneut von Schweröl aus dem gesunkenen Tanker "Prestige" verschmutzt worden. Betroffen war am Donnerstag die Gegend um Pontevedra in Galicien, teilten die Behörden mit. Die Regionalregierung überlegt nun, das Fischen und die Muschelernte wieder zu verbieten, hieß es.

Die Aufhebung des Verbots Anfang der Woche war von den meisten Fischergenossenschaften als verfrüht kritisiert worden. Der Großtanker war vor zehn Wochen vor der nordspanischen Küste gesunken.

Die von der spanischen Regierung nach der Katastrophe eingesetzte Expertenkommission dementierte unterdessen Berichte aus Frankreich, die Lecks am Wrack der "Prestige" seien bereits vollständig abgedichtet. Das französische Spezial-U-Boot "Nautile" sei weiter im Einsatz, sagte Kommissionschef Emilio Lora-Tamayo. Das am 19. November gesunkene Schiff verliert in 3600 Metern Tiefe demnach weiterhin Öl, wenngleich nur noch in kleinen Mengen. In den Tanks befinden sich noch bis zu 50.000 Tonnen giftiges Schweröl, fast 30.000 Tonnen gelangten bisher ins Meer und an die Küsten.

Kommende Woche will die Kommission Vorschläge zur möglichen Bergung der Ladung vorlegen. Denkbar sei unter anderem ein Abpumpen des Öls. Allerdings ist dies in einer so großen Tiefe noch nie versucht worden. Eine andere Möglichkeit wäre, das in zwei Teile auseinander gebrochene Wrack einzubetonieren oder mit Hilfe riesiger Luftkissen an die Oberfläche zu holen. (APA/dpa)

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