Milosevic-Prozess: General belastet Polizei

6. Februar 2003, 15:56
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Vasiljevic: In Ostslawonien waren Milizen unter serbischer Polizeikontrolle tätig

Belgrad - Der erste jugoslawische General, der im Prozess gegen den früheren Präsidenten Slobodan Milosevic vor dem UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag als Zeuge der Anklage aussagt, hat die serbische Polizei mit Kriegsverbrechen in Ostslawonien (Kroatien) in Verbindung gebracht. Der ehemalige Chef des Militärsicherheitsdienstes, General Aleksandar Vasiljevic, sagte heute, Donnerstag, dass in Ostslawonien im Herbst 1991 mehrere Milizeneinheiten unter der serbischen Polizeikontrolle tätig und in Kriegsverbrechen verwickelt gewesen seien.

Vasiljevic hat in diesem Zusammenhang die Milizen unter den Namen "Dusan Silni", deren Kommandant der damalige Oppositionsführer Mirko Jovic war, ferner "Crnogorci" (Montenegriner), die vom späteren serbischen Vize-Innenminister Radovan Stojcic Badza geleitet wurden, Einheiten des Belgrader Mafiabosses Zeljko Raznatovic Arkan und eine Spezialpolizeieinheit unter dem Kommando von Vasilije Mijovic genannt.

Jovic ist in der serbischen Politik schon seit Mitte der neunziger Jahre nicht mehr aktiv, Stojcic und Raznatovic wurden mittlerweile ermordet. Stojcic war in einem Belgrader Restaurant im April 1997 erschossen worden, Raznatovic wurde drei Jahre später in einer Hotellobby ermordet. Über Mijovic ist in Belgrad öffentlich nur wenig bekannt. (APA)

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