Tirol: Arzt wegen Vergehen nach dem Suchtgiftmittelgesetz verurteilt

6. Februar 2003, 15:11
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Berufskollege händigte morphinhältige Schmerz- und Beruhigungsmittel ohne Rezept aus

Innsbruck - Wegen schwerer Nötigung und dem Vergehen nach dem Suchtgiftmittelgesetz ist am Donnerstag am Innsbrucker Landesgericht ein praktischer Tiroler Arzt zu einer bedingten 15-monatigen Haftstrafe verurteilt worden.

Der Mediziner habe einen Berufskollegen gedrängt, ihm für den Eigengebrauch bewilligungspflichtige Schmerzmittel ohne Rezept zu geben. Der andere Arzt war Ende des Vorjahres bereits zu einer unbedingten dreijährigen Freiheitsstrafe schuldig gesprochen worden. Das Urteil war vorerst noch nicht rechtskräftig.

Eigengebrauch

In der Zeit von September 2000 und Juni 2002 soll der 45-jährige Arzt aus dem Tiroler Ötztal die teilweise morphinhältigen Schmerz- und Beruhigungsmittel von dem Kollegen bezogen haben. Alleine vom Schmerzmittel "Alodan" sollen es mehr als 5.000 Ampullen gewesen sein, die der Mann illegal bezogen habe. Da er diese Mittel nicht weitergegeben habe, sondern lediglich für die Befriedigung seiner eigenen Sucht verwendet hatte, wurde er vom Vorwurf des Verbrechens nach dem Suchtgiftmittelgesetz freigesprochen, sagte Richter Josef Geisler.

Der Angeklagte meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. (APA)

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