Sprengfalle Nutella-Glas: Friauler Bomben-Leger noch nicht erwischt

6. Februar 2003, 14:52
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Der italienische "Unabomber" versteckt Sprengfallen in Lebensmitteln oder Spielsachen - DNA-Test entlastet bisher alle Verdächtigten

Treviso - Die Ermittlungen gegen den mysteriösen Attentäter, der seit Jahren in Friaul und Venetien Sprengfallen in Lebensmitteln oder Spielsachen versteckt, müssen neu beginnen. DNA-Tests entlasteten jetzt nämlich die vier Personen, die bisher als verdächtig galten.

Der mysteriöse Sprengfallenbauer wird für 25 Attentate verantwortlich gemacht, bei denen seit 1994 im nord-östlichen Raum Italiens mehrere Menschen verletzt wurden.

Das "Aktionsgebiet" des italienischen "Unabomber" umfasst die Provinzen Pordenone, Treviso, Udine und Venedig. Zum ersten Mal hatte der Attentäter am 21. August 1994 zugeschlagen. Bei einem Volksfest in Sacile bei Pordenone explodierte eine Rohrbombe, die drei Personen verletzte. Der Täter soll auch für die Explosion einer Rohrbombe verantwortlich sein, durch die am 6. Juli 2000 in Lignano (Friaul) ein pensionierter Carabiniere lebensgefährlich verletzt wurde.

DNA-Tests

Die DNA-Tests ergaben, dass eine einzige Person, vermutlich im Alter zwischen 30 und 50 Jahren, für die Attentate verantwortlich ist. Der Sprengfallenbastler habe gute Kenntnisse im elektronischen und chemischen Bereich, erklärten die ermittelnden Staatsanwälte. Er habe jedoch nichts mit den vier Männern zu tun, die die Ermittler in den vergangenen Monaten verdächtigt hatten.

Sprengfalle Nutella-Glas

Zuletzt hatte sich der rätselhafte Sprengfallenbastler zu Weihnachten gemeldet. Auf einem Beichtstuhl der Kirche von Cordenons in der Nähe von Pordenone explodierte während der Weihnachtsmesse ein präpariertes Nutella-Glas. Niemand wurde dabei verletzt. Im Oktober 2000 wurde eine Sprengfalle in einer Eierpackung gefunden, die in einem Supermarkt in Portogruaro bei Venedig gekauft worden war. Einige Tage später erstand eine 37-jährige Frau in einem Supermarkt von Cordignano bei Treviso eine Tube mit Paradeismark, die ihr in den Händen explodierte. Sie wurde schwer verletzt. Ähnliche Fallen wurden auch in Mayonnaisetuben gefunden.

Am 18. November 2001 explodierte eine Sprengfalle, die der rätselhafte "Unabomber" in einer Kerze versteckt hatte, die eine 63-jährige Frau in einem Friedhof bei Treviso angezündet hatte. Sie wurde schwer verletzt. Im Juli 2002 explodierte ein Nutella-Glas, das eine 35-jährige Frau gekauft hatte. Dabei kam niemand zu Schaden. (APA)

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