"Sexismus vor allem in der Werbung"

7. April 2008, 15:10
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Salzburgerinnen regen im Rahmen einer Aktion zu einem anderen Blick auf ihre Stadt an - gängige Rollenklischees hinterfragt

Salzburg - Unter dem Motto "ACHTUNG, ACHTUNG! Salzburgerinnen fordern Respekt" lenken die Frauenbüros von Stadt und Land Salzburg gemeinsam mit dem Tourismusverband Salzburger Altstadt die Aufmerksamkeit der SalzburgerInnen drei Wochen lang auf die "Linzerinnen Gasse" und ihre Seitenstraßen und wollen damit zu einem anderen, neuen Blick auf die Stadt anregen.

ACHTUNG, das heißt: aufgepasst, schauen Sie sich die Bilder und Werbungen über Frauen und Männer kritisch an und achten Sie darauf, welche Botschaften und Werthaltungen damit vermittelt werden.
ACHTUNG, das heißt Respekt: Die Darstellung von Frauen in der Werbung transportieren Klischees, wie diese angeblich sein "müssen". Die tatsächlichen Leistungen von Frauen werden dadurch verdeckt.

Frauenbild und Leistungen

Mit dieser Aktion in der "Linzerinnen Gasse" soll der üblichen Vermarktung des weiblichen Körpers ein anderes, gleichberechtigtes Frauenbild gegenüber gestellt und gleichzeitig Leistungen von Frauen in der Öffentlichkeit sichtbar gemacht werden. Dabei werden neue Wege beschritten und das Bewusstsein für eine geschlechtergerechte Gesellschaft geschärft, so die Frauenbüros in einer Aussendung. Leistungen und Verdienste von Frauen sollen sich auch im öffentlichen Raum widerspiegeln. Zurzeit seien nur 36 von insgesamt 1.172 Straßen in der Stadt Salzburg nach Frauen benannt - hingegen 581 nach Männern.

Während der derzeitigen Aktion entdecken BesucherInnen der Salzburger Altstadt daher neue Straßenzüge wie zum Beispiel Linzerinnen Gasse (statt Linzer Gasse), Königinnengässchen (statt Königsgässchen), Priesterinnenhausgasse (statt Priesterhausgasse), Friederike Zweig Weg (statt Stefan Zweig Weg), Schwesterhof (statt Bruderhof).

UnternehmerInnen setzen Akzente

Im Rahmen der Aktion, die noch bis Ende dieser Woche andauert, haben 29 Salzburger UnternehmerInnen ihre Schaufenster neu gestaltet, gängige Geschlechterrollen und -stereotype hinterfragt bzw. mit gängigen Klischees gespielt. Begleitend gibt es tägliche "ACHTUNGs-Spaziergänge", die unter anderem bedeutsame historische Frauen thematisieren und den öffentlichen Raum einer kritischen Betrachtung unterziehen. Parallel dazu bietet "make it - das Büro für Mädchenförderung" Workshops für Schulklassen an.

Die anlässlich des Internationalen Frauentags auch heuer vom Frauenbüro der Stadt Salzburg und dem Büro für Frauenfragen und Chancengleichheit des Landes Salzburg vergebenen Troll-Borostyáni-Preise wurden an zwei Unternehmen verliehen, die sich an der Aktion "ACHTUNG, ACHTUNG! Salzburgerinnen fordern Respekt" beteiligt haben, nämlich die Modeboutique Via Venty und den Weltladen Salzburg. Der Preis ist nach Salzburgs erster Feministin Irma von Troll-Borostyáni benannt und mit je 1.500 Euro Preisgeld dotiert. (red)

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    foto: büro für frauenfragen
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