Frauenfeier mit "Seitenblicke"-Appeal

1. April 2008, 16:45
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Bei der Verleihung des "MIA 2008" hielt die Spannung bis zur letzten Minute an

Wien - Die Spannung währte bis zum Öffnen der Kuverts, in denen die Namen der Siegerinnen standen - und dieses Öffnen ließ nach dem Start der Verleihungsfeier für den ersten Migrantinnen-Award MIA vor 300 Gästen im Studio 44 der Österreichischen Lotterien noch zwei Stunden auf sich warten.

Nervosität an den großen runden Tischen, die vor der in lila Licht getauchten Bühne standen, wo die Talk-Lady Arabella Kiesbauer und der ORF-Innenpolitiker Hans Bürger eine professionell moderierte Show über die Runden brachten: komplett mit Showeinlagen der Musicalsänger Maya Hakvoort und Pehton Quirante sowie der Gitarristin Kyu-hee Park.

In allen Bereichen aktiv

Ein elektronisch untermalter Tusch dann vor jeder der fünf Verleihungen: in fünf Kategorien, die die ganze Spannbreite der Migrantinnen-Aktivitäten darstellen sollten. In der Kategorie Wissenschaft und Forschung wurde Shams Asadi, Raumplanerin aus dem Iran, ausgezeichnet. Sie arbeitet beim Magistrat in Wien.

In der Kategorie Wirtschaft war Gabrielle Costigan aus Australien, Leiterin für globale Prozessoptimierung und Projektmanagement bei der OMV erfolgreich. Dass eine der drei Nominierten, die Sozialwissenschafterin Araba Johnston-Arthur, von ihrer Nennung zurückgetreten war, weil sie den MIA als Ablenkung von Problemen der Einwanderer mit den Fremdengesetzen sieht, wurde als "persönliche Entscheidung" bedauert.

Für "gesellschaftliches Engagement" erhielt Beatrice Achaleke aus Kamerun von der "Schwarze Frauen Community" den auf Initiative von Staatssekretärin Christine Marek (VP) und in Kooperation mit dem Standard verliehenen Preis. Die Pianistin Marialena Fernandes aus Indien wurde in der Kategorie Kunst und Kultur, die Eisschnellläuferin Emese Dörfler-Antal aus Rumänien in der Kategorie Sport ausgezeichnet.

Davor war der Anlass der Trophy-Überreichung mit Seitenblicke-Appeal ausführlich gewürdigt worden. Etwa von Caritas-Präsident Franz Küberl: Österreich sei aufgrund der "über eine Million Menschen, die seit 40 Jahren ins Land gekommen sind, reicher geworden - und das nicht nur materiell", betonte er. (bri, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 10. März 2008)

  • Erfolgreiche Österreicherinnen von anderswo (v. li.): Emese Dörfler-Antal (Rumänien), Gabrielle Costigan (Australien), Marialena Fernandes (Indien), Shams Asad (Iran) und Beatrice Achaleke (Kamerun).
    foto: standard/fischer
    Erfolgreiche Österreicherinnen von anderswo (v. li.): Emese Dörfler-Antal (Rumänien), Gabrielle Costigan (Australien), Marialena Fernandes (Indien), Shams Asad (Iran) und Beatrice Achaleke (Kamerun).
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