Gender all over

7. April 2008, 15:04
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Fünf EU-Politikerinnen berichteten über ihre Erfahrungen mit Gender Mainstreaming und Gender Budgeting

Wien - Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März hat am Freitag das Informationsbüro des Europäischen Parlaments für Österreich zu einem Pressegespräch zum Thema "Frauen für Europa" geladen. Fünf EU-Abgeordnete, die 2004 in das Europäische Parlament gewählt wurden, berichteten über Chancengleichheit, und die Strategien des "Gender-Mainstreaming und "Gender-Budgeting".

Erschrocken zeigten sie sich über ein Buch, über die Benimmregeln einer guten Frau aus dem Jahre 1955, das Agnes Schierhuber (V) mitgebracht hatte: Darin hieß es, wenn der Mann nach Hause kommt, hätte die Frau die Haushaltsgeräte abzuschalten und die Kinder ruhig zu halten, um den Mann nicht zu stören.

Karin Resetarits

Karin Resetarits (LIF) sieht in dem Frauenausschuss des EU-Parlaments (EP) eine Art "Ghettoisierung", da dort die Frauen praktisch unter sich seien. Sie forderte daher einerseits eine Männerquote für den Ausschuss und andererseits ein verstärktes "Gender-Mainstreaming"- das bedeutet, die Gleichstellung der Geschlechter auf allen Ebenen durchzusetzen. Daher müsse in jedem Ausschuss verstärkt auf die Forderungen der Frauen eingegangen werden.

Agnes Schierhuber

Für Schierhuber, Mitglied des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung im EP, ist es ein Anliegen, dass Frauen ihr Leben "so gestalten können wie sie wollen". Jede Frau habe ihr eigenes Leben und ihre eigenen Bedürfnisse. Die VP-Politikerin beklagte sich auch über die "immer stärker werdende Abwanderung aus dem ländlichen Raum", da sich die Infrastrukturen nicht mehr erhalten könnten. "Wichtig ist ein Miteinander von urbanem und ländlichen Raum", betonte Schierhuber.

Christa Prets

Christa Prets (S) widmete sich dem Thema Gewalt und betonte, dass trotz dem europäischen Jahr der interkulturellen Kommunikation, in jeder Kultur und Religion die Menschenrechte gewahrt werden müssten. Sie verwies auf die österreichische Vorreiterrolle betreffend das Anti-Stalkinggesetz, das unlängst eingeführt wurde. Prets sagte, sie hoffe, dass viele Länder diesem Beispiel folgen würden. Zum Thema Gender-Mainstreaming meinte sie, dieses müsste schon im Kindergarten anfangen, um die Rollen von Mädchen und Buben flexibler zu gestalten - damit es in Zukunft für den Mann leichter sei, ein Baby in den Arm zu nehmen.

Eva Lichtenberger

Eva Lichtenberger (G), die unter anderem im EP-Ausschuss für Verkehr sitzt, berichtete über eine Studie zum Thema Autofahren. Ergebnisse dieser Studie seien in einer Sitzung präsentiert worden. Herausgekommen sei, dass Frauen weniger Unfälle hätten und seltener betrunken mit dem Auto unterwegs seien. Daraufhin hätten alle bis auf drei Ausschussmitglieder den Raum verlassen, zeigte Lichtenberger sich verständnislos angesichts des Vorfalls.

Karin Scheele

Die Sozialdemokratin Karin Scheele, ehemaliges Mitglied des EP-Frauenausschusses, merkte an, die "konservative Frauenausschussvorsitzende" wäre oft inhaltlich weiter entfernt von ihr als so mancher männlicher Kollege. (APA)

  • Frauen sprachen zum Thema "Frauen für Europa".
    mario guzman
    Frauen sprachen zum Thema "Frauen für Europa".
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