FP hält Schwarz-Grün für eine "Katastrophe"

7. Februar 2003, 17:53
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Haupt hofft aber auf "Wählerrückholung" - FP-Chancen auf Regierungsbeteiligung laut Parteichef bei 30 Prozent

Wien - "Keine Überraschung" sind die Koalitionsverhandlungen zwischen ÖVP und Grünen für FP-Obmann Herbert Haupt. Er zeigte sich betont gelassen: "Wir werden weiterhin in der Regierung unsere Arbeit machen und abwarten was da rauskommt." An einen erfolgreichen Abschluss der schwarz-grünen Gespräche glaube er nicht, da fast ein Drittel des erweiterten Bundesvorstandes der Grünen gegen die Verhandlungen gestimmt habe, meinte Haupt.

Außerdem sei Schwarz-Grün "sicher nicht jene Option, die sich die Österreicher wünschen", glaubt Haupt. Sollte es tatsächlich zu einer Koalition kommen, werde die FPÖ einen großen Teil jener Wähler zurückbekommen, die bei der Nationalratswahl im November ihr Kreuz bei der ÖVP gemacht haben: "Ich glaube das erleichtert die Wählerrückholung."

Allerdings sieht Haupt weiterhin aufrechte Chancen für eine Regierungsbeteiligung der FPÖ: "Ich glaube nach wie vor, dass unsere Chancen mit 30 Prozent intakt sind." Ob er persönliche Konsequenzen ziehen werde, wenn die FPÖ aus der Regierung fliegen sollte? "Ich bin an die Parteispitze gewählt, und so ist es."

Wesentlich schärfer reagierten die Kärntner Freiheitlichen: Eine schwarz-grüne Bundesregierung wäre eine "Katastrophe" für das südliche Bundesland, sagte Landesparteiobmann Martin Strutz. Er sprach wörtlich von "dramatischen Benachteiligungen für Kärnten". Strutz erwähnte in diesem Zusammenhang, dass weitere zweisprachige Ortstafeln in Südkärnten "sofort Realität" werden würden. Weiters verwies er auf die Ökobesteuerung durch die Grünen, welche eine Erhöhung der Maut zur Folge hätte.

Der burgenländische FPÖ-Parteisekretär Norbert Hofer sprach von "politischer Prostitution". (APA, eli/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.2.2003)

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    Haupt: "Ich bin an die Parteispitze gewählt und so ist es."

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