Recycling, Kunst und Präsentation

6. Februar 2003, 14:30
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HA Schult bringt 1.000 "Müllmenschen" nach Köln - Zürcher Ausstellung zu Recycling im Design - Guggenheim Bilbao erhielt "Leihgabe"

Köln/Zürich/Bilbao - Nach Paris, Moskau, China und Ägypten kommen die 1.000 Müllmenschen des Aktionskünstlers HA Schult nach Köln. Dort sollen sie ein Publikumsmagnet auf der Umweltmesse Entsorga werden, teilten die Veranstalter am Donnerstag mit: "Kein Künstler unserer Epoche hat sich in mehr als 30 Jahren exzessiver mit dem Thema Umwelt auseinander gesetzt als HA Schult." Die Messe dauert von 23. bis 27. September.

"Geplant ist, dass die Skulpturen in der Mitte ihres Welt-Trips auf einer Messe stehen werden, die ich für sehr wichtig halte", sagte HA Schult in Köln. "Es geht um unsere Existenz." Mit der Präsentation seiner Trash People wolle er seinen Beitrag leisten. Die Skulpturen aus gepresstem Wohlstandsmüll standen bereits auf dem Roten Platz in Moskau, auf der Chinesischen Mauer und vor den Pyramiden von Giseh. Künftige Stationen sollen Australien und die Antarktis sein.

Recycling im Design

Den Ausspruch des Musikers Tom Waits, "Mich interessiert, was andere wegwerfen", hat sich das Museum Bellerive in Zürich für eine große Design-Ausstellung zu Herzen genommen. Unter dem Titel "Alles Abfall? Recycling im Design" präsentiert die Schau bis 11. Mai in acht Räumen verschiedene Methoden des Recyclings. So führt ein alter Wetterschutz für Parkuhren ein zweites Leben als schicke Bodybag, oder eine Armbanduhr war vorher Dose. Auch Retro-Tendenzen im Einrichtungsdesign nimmt die Schau unter die Lupe.

"Antichristen der Kunst"

Unbekannte haben heimlich ein selbst gemaltes Bild unter die Gemälde des Guggenheim-Museum im spanischen Bilbao geschmuggelt, um auf die "Wertlosigkeit der modernen Kunst" aufmerksam zu machen. Einem jungen Paar sei es gelungen, das Bild mit Klettband an einer Wand in den Ausstellungsräumen zu befestigen, sagte eine Museumssprecherin am Donnerstag. Darauf sei eine Spirale zu sehen, die sich um ein Herz windet.

Laut dem "Journal de Bilbao" war an dem Gemälde ein Schildchen angebracht, das das Bild als Gemälde mit dem Titel "Wirbelwind der Liebe" von 1978 und als Schenkung einer "Annika Barbangos" an das Solomon R. Guggenheim-Museum in New York ausweist. Das Pärchen nahm seine Aktion auf Video auf, das von einem Lokalsender gezeigt wurde: Darin bezeichnen die beiden sich als "Antichristen der Kunst" und verkünden, jeder könne ein großer Künstler sein, wenn er seine Werke nur richtig präsentiere. (APA/dpa)

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    Mai 2002: HA Schult mit "Müllmenschen" und Pyramiden

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