Raue See für Kreufahrtschiffe

6. Februar 2003, 14:03
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Reederei P&O hat 2002 deutliche Gewinneinbußen erlitten, 2003 dürfte nicht viel besser werden

London - Die britische Kreuzfahrtreederei P&O Princess hat im vergangenen Jahr trotz gestiegener Umsätze deutliche Gewinneinbußen erlitten. Für 2003 äußerte sich die Reederei wegen der weltpolitischen und konjunkturellen Unsicherheiten zurückhaltend.

Der weltweit drittgrößter Kreuzfahrtanbieter steigerte nach eigenen Angaben vom Donnerstag die Zahl der Passagiertage um mehr als elf Prozent auf 10,67 Mio., der Umsatz erhöhte sich allerdings nur um knapp drei Prozent auf 2,53 Mrd. Dollar. Der Vorsteuergewinn sank um rund 25 Prozent auf 225,9 Mio. Dollar von 301,5 Mio. Dollar im Vorjahr.

Harter Preiswettbewerb

Das künftig zum Weltmarktführer Carnival gehörende Unternehmen litt damit wie die gesamte Kreuzfahrtbranche unter einem harten Preiswettbewerb. Dennoch schnitt dieser Zweig der Touristik deutlich besser ab, als etwa das Pauschalflugreisegeschäft der europäischen Reisekonzerne.

Die deutsche P&O-Tochter Seetours verbuchte im vorigen Jahr ebenfalls Umsatz- und Passagierzuwächse und ist mittlerweile am bisherigen Marktführer in Deutschland Hapag-Lloyd vorbeigezogen. Allerdings sei das Ergebnis auf Grund der schwierigen Marktsituation unter den Erwartungen geblieben, hatte Seetours bereits vor dem Jahreswechsel mitgeteilt. Dennoch will Seetours 2003 erneut expandieren und zwei neue Schiffe in Betrieb nehmen.

Raue See voraus gesehen

Bei P&O lief bereits das vierte Quartal 2002 besser als erwartet. Hier sei der Vorsteuergewinn mit 32,7 Mio. Dollar fast doppelt so hoch wie im besonders schwachen Vorjahresquartal gewesen. Für 2003 sieht P&O-Chef Peter Ratcliffe wegen der Unsicherheiten durch Konjunktur und den Folgen eines möglichen Irak-Krieges dennoch eine raue See voraus. Die Buchungseingänge in Nordamerika als dem wichtigsten Markt für Kreuzfahrten seien bisher nicht so stark wie erwartet. Man müsse hier vor allem das wichtige zweite Quartal abwarten.

P&O soll nach einer 15 Monate dauernden Übernahmeschlacht künftig zum amerikanischen Weltmarktführer Carnival Corp gehören. Die Aktionärsversammlungen beider Unternehmen sollen im April der fünf Mio. Dollar teuren Übernahme zustimmen. Ursprünglich war von dem P&O-Management die Nummer zwei des Weltmarktes, die US-Reederei Royal Caribbean als Partner favorisiert worden.(APA/Reuters)

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