Telekom Austria setzt auf IT-Bereich

6. Februar 2003, 13:46
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TA sieht vor allem Chancen im Bereich E-Government und rechnet mit bis zu fünf Prozent Umsatzplus

Wien - Die börsenotierte Telekom Austria (TA) setzt nach Abschluss der Eingliederung ihrer ehemaligen Töchter nun verstärkt auf den IT-Bereich. 2002 hat die TA mit IT-Lösungen 30 Prozent ihres Festnetzumsatzes erwirtschaftet. In den nächsten Jahren will das Unternehmen in dem Bereich mit derzeit rund 600 Mitarbeitern jährlich um 2 bis 5 Prozent wachsen, erklärte TA-Vorstand Rudolf Fischer am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Chancen sieht die Telekom vor allem im Bereich der elektronischen Verwaltung, wo Österreich in den vergangenen Monaten deutlich an Boden verloren habe. Nach einer Studie der EU-Kommission von Ende vergangenen Jahres sei Österreich im E-Government-Vergleich von Platz neun auf Platz elf zurückgefallen. "Wir müssen uns das Thema mehr zu Herzen nehmen, um nicht noch mehr an Terrain zu verlieren", sagte Fischer.

"Es gibt keine vernünftige Politik in diesem Bereich. Experten sind sich einig, dass es keine akkordierte E-Government-Aktivitäten gibt", kritisiert Fischer. Was fehle, sei jemand der über die Ministerin hinweg ein Konzept entwickle. Bisher hab es nur "Insellösungen" gegeben. Die Telekom Austria sei bereit, gemeinsam mit anderen Unternehmen, der Verwaltung und der Politik eine Kooperation einzugehen, um "wirkliche Komplettlösungen in diesem Bereich durchzusetzen".

Derzeit laufen bei der TA drei E-Government-Projekte: Zum einen betreibt die Telekom die Chipkartentochter A-Sign, die Karten mit elektronischer Signatur (Ersatz für handschriftliche Unterschrift im Internet, Anm.) anbietet. Zum anderen zählen zu dem Bereich zwei Internet-Seiten: "www.dataweb.at", wo die TA den Zugang zu Grundstücksdatenbank, österreichischem und europäischem Firmenbuch, Insolvenzregister oder Zentralem Melderegister anbietet, und "www.oesterreich.at", eine zentrale Plattform für Bürger und Unternehmen zu Verwaltung und Serviceangeboten.

Das IT-Segment insgesamt lag bei der TA früher in der Tochter Datakom. Nach der Reintegration der Datakom in den Konzern ist der Bereich nun in das Großkundengeschäft fusioniert worden. Die TA bietet ihren Kunden nun über Sprachtelefonie und Datentransfer hinaus gemeinsam mit Partnern Komplettlösungen an, die unter anderem auch Netzwerkmanagement, Hosting, IT-Outsourcing, Sicherheitssysteme und Datenbanklösungen beinhalten. Man sei vorangeschritten "vom Projektgeschäft zum Produktgeschäft", so TA-Produktmanager Edmund Haberbusch.

Chancen sieht die TA 2003 vor allem beim Outsourcing, aber auch nach wie vor im Internet-Bereich. "Wir sind überzeugt davon, dass der Internet-Bereich unabhängig von der Wirtschaftslage voranschreiten wird. Wir sehen da keinen Einbruch", betonte Fischer. Das Wachstum habe sich zwar verlangsamt. Die TA erwartet aber dennoch eine annähernd gleiche Wachstumsgeschwindigkeit wie in den vergangenen 12 bis 18 Monaten. (APA)

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