Große Lawinengefahr in Teilen Nordtirols

6. Februar 2003, 13:46
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Besonders in neuschneereichen Regionen wie Arlberg und Außerfern wird keine Entspannung der Situation erwartet

Innsbruck - Nach den Schneefällen ist am Donnerstag in Teilen Nordtirols dieLawinengefahr auf die Stufe "4" (groß) angestiegen.

Betroffen waren Regionen des Arlbergs und Außerferns sowie die Nordalpen. Die feuchte Nordströmung in den Alpen sollte weiter anhalten,teilten die Experten des Lawinenwarndienstes mit. Vorausgesagt waren Nebel und Schneeschauer im Bereich der Nordalpen sowie gute Sichtenund Sonne vom Ortler über die Dolomiten bis zu den Karnischen Alpen.

Während der vergangenen 24 Stunden schneite es in den Nordstaulagen wiederum intensiv. Verbreitet fielen dort zwischen 25und 50 Zentimeter Neuschnee. Gegen Süden und Osten hin nahmen die Neuschneemengen deutlich ab und betrugen meist um zehn Zentimeter.Das südliche Osttirol blieb vom Neuschneefall verschont.

Durch starken bis stürmischen Wind wurden große Schneemengen verfrachtet und speziell in Hängen der Expositionen Nord über Ostenbis Süden abgelagert. Der Schneedeckenaufbau sei durch die Einlagerung mehrerer Schwachschichten gekennzeichnet, auf denen diese neuen, ebenso auch die unlängst entstandenen Triebschneeansammlungen,abgleiten können.

Als unmittelbare Gleitfläche komme dabei vor allemdie oftmals sehr locker aufgebaute Altschneedecke vom vergangenenSamstag in Frage. Bei weiterem Schneefall unter Windeinfluss könnedann die Schneedecke vermehrt auch auf einer oftmals sehrhohlraumreichen, tieferen Zwischenschichte abgleiten.

Neuschneereichen Regionen

In den besonders neuschneereichen Regionen, also im Arlberg und Außerfern sowie in den Nordalpen wurde die Lawinengefahr als "groß"bezeichnet. Dort müsse vermehrt mit dem spontanen Abgang von Lawinengerechnet werden. Durch den unverändert starken Höhenwind aus Westbis Nordwest würden weiterhin große Schneemengen verfrachtet. Dadurchwerde die Zusatzbelastung und somit die Störanfälligkeit derSchneedecke weiter erhöht. Aus sehr steilen Einzugsgebieten könntensomit Lawinen vereinzelt auch besonders exponierte Verkehrswegeerreichen.

In den übrigen Regionen Tirols wurde die Lawinengefahrverbreitet als erheblich eingestuft, wobei in den nördlichenStubaiern, Tuxer sowie Kitzbüheler Alpen oberhalb etwa 2.000 Meterndie Lawinengefahr auch als groß eingestuft wurde. Etwas günstiger istdie Lawinensituation in Osttirol. Laut ÖAMTC waren die B 198, Lechtal-Straße, zwischen Steeg undWarth in Vorarlberg sowie vier Seitentäler des Lechtales(Bach-Stockach, Elmen-Bschlabs-Boden, Vorderhornbach-Hinterhornbach,Stanzach-Namlos) gesperrt. Die offenen Berg- und Passstraßen inWestösterreich waren vielfach nur mit Ketten zu befahren. (APA)

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