Kult-Zuckerl versuchen Relaunch

6. Februar 2003, 13:37
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US-Geschäft wurden zurückgekauft - "Trendscouts" suchen nach neuen "Rennern" für PEZ-Spender

Wien - Die österreichische Weltmarke PEZ ist seit Ende 2002 wieder unter einem Dach vereint: Nachdem das US-Geschäft samt Marke in den 60er Jahren von der oberösterreichischen Familie Haas verkauft worden war, gehört PEZ Candy seit 12.12. 2002 der PEZ International AG. Gelungen ist der Deal mit Hilfe einer Luxemburgischen Investmentgesellschaft PGH, die derzeit 65 Prozent an der PEZ International AG hält und in den nächsten 12 Monaten rund die Hälfte davon an Privatinvestoren abgeben wird.

Die restlichen 35 Prozent befinden sich in Händen der Familie Haas, die die nunmehrigen Kult-Produkte von PEZ 1927 begründet hat. Eine Aufstockung sei nicht ausgeschlossen, sagte Vorstandsvorsitzender Manfred Fördermayr heute, Donnerstag, vor Journalisten in Wien. "Frühestens in fünf Jahren" sei auch ein Börsegang denkbar.

Rückkauf des US-Geschäfts gelungen

Der Rückkauf des US-Geschäfts (der Umsatz betrug zuletzt rund 40 Mio. Dollar), das bisher völlig getrennt, aber sehr erfolgreich agiert hat, ist nach zwei Jahren Verhandlungen gelungen. Eigentümer war bisher ein internationales Schweizer Investmenthaus. Die Dispenser wurden schon bisher von Traun geliefert. Die Luxemburger PGH. S.A. hat deren Beteiligung übernommen und dann im Zuge einer Kapitalerhöhung als Sacheinlage in die PEZ International AG eingebracht. Die Platzierung von rund 30 Prozent der Anteile bei Privatinvestoren - vornehmlich in Form von Paketen- sei vertraglich vereinbart und könnte schon bis Sommer erledigt sein.

Über den Kaufpreis wollte Födermayr nichts sagen, Ziel sei es gewesen, eine internationale Finanzierungsstruktur zu erreich, die das geplante rasche Wachstum und die Umsetzung großer Visionen ermögliche. Die PEZ International AG wolle "der größte Lizenznehmer" im Comic-Bereich werden. Eigene "Trendscouts" seien in Asien, den USA und Europa unterwegs, um nach neuen "Rennern" für die PEZ-Spender Ausschau zu halten. Zuletzt wurde die Lizenz für Mr.Bean erworben, zudem kommen heuer erstmals saisonale Produkte wie "Winter Stars", Halloween oder neue Walt Disney-Figuren auf den Markt. Mittelfristig sei auch die Übernahme weiterer Marken nicht ausgeschlossen.

4,2 Mrd. PEZ-Zuckerl pro Jahr vertrieben

Derzeit werden pro Jahr rund 4,2 Mrd. PEZ-Zuckerl in 91 Ländern der Welt vertrieben. 2002 hat PEZ International 44,8 Mio. Euro umgesetzt - nur 2 Prozent davon in Österreich -, um 19 Prozent mehr als 2001. Die Umsatzrendite lag bei 5 bis 6 Prozent, der Cash-flow bei 10 Prozent. Für heuer ist eine - um den Zukauf bereinigte - Steigerung des weltweiten Umsatzes um 9 Prozent auf 80 Mio. Euro geplant. Bis 2007 soll die 100.000 Euro Grenze erreicht werden, so Födermeyer.

Zur PEZ International mit Sitz in Traun gehören neben PEZ Candy Inc. (USA) die ungarische bzw. slowenische Kunststofffirma Györiplast bzw. Plastdispenser und PEZ Hungaria. Pez-Zuckerl werden in Österreich, Ungarn und den USA produziert.(APA)

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