Deutscher Bücherpreis an Peter Härtling

10. Februar 2003, 12:44
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Ehrung im März auf der Leipziger Buchmesse

Frankfurt/Main - Der deutsche Schriftsteller Peter Härtling erhält den Deutschen Bücherpreis 2003 für sein Lebenswerk. Er ist damit nach Christa Wolf der zweite Träger dieser Auszeichnung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und der Leipziger Messe. Der undotierte Preis besteht aus der von Günter Grass geschaffenen Skulptur "Der Butt" und wird in insgesamt neun Kategorien am 20. März zum Auftakt der Leipziger Buchmesse auf einer MDR-Gala überreicht.

21 Autoren für sieben Kategorien

Mit dem Deutschen Bücherpreis will die Organisation der Buchhändler neue Leser werben und Titel auszeichnen, die sich gut verkauft haben und zugleich hohen Qualitätsansprüchen genügen. Die Preisträger in sieben Kategorien werden erst bei der Verleihung bekannt gegeben. Dafür haben die Buchhändler 21 Autoren nominiert, darunter Doris Dörrie, Jonathan Franzen, Susanne Fröhlich, Paul Maar, Klaus Kordon, Zsuzsa Bank und den Dalai Lama. Der Deutsche Bücherpreis für den "Publikumsliebling des Jahres" wird in den kommenden Wochen von den Lesern gewählt. Im vergangenen Jahr fiel die Wahl auf Joanne K. Rowling und ihr Kinderbuch "Harry Potter und der Feuerkelch".

Für den Preisträger Peter Härtling votierte eine große Mehrheit der Buchhändler, wie der Vorsteher des Börsenvereins, Dieter Schormann, erklärte. "Härtling ist einer der vielseitigsten, renommiertesten und produktivsten Schriftsteller unseres Landes." Neben Gedichten, Erzählungen und Romanen schrieb Härtling eine Reihe erfolgreicher Kinderbücher.

Biographisches

Der Schriftsteller wurde am 13. November 1933 in Chemnitz geboren; nach dem Krieg wurde Nürtingen in Baden-Württemberg sein Lebensmittelpunkt. Heute lebt er mit seiner Familie im hessischen Mörfelden-Walldorf. Seine literarische Laufbahn begann Härtling mit Gedichten. Ein breites Lesepublikum erreichte er erstmals mit dem Roman "Niembsch oder Der Stillstand" (1964). Große Beachtung fand 1976 sein Roman "Hölderlin" - eine literarische Mischform aus Fakten und Fantasie. Als sehr direkte Auseinandersetzung mit der Politik gilt sein Werk "Brief an meine Kinder" (1986), das während einer langen Vortragsreihe entstand. "Schubert. Zwölf Moments musicaux und ein Roman" (1992) wurde in den neunziger Jahren ein Bestseller. Hier nähert sich Härtling dem Musikgenie der Spätromantik literarisch an.

Ein Grundthema des Schriftstellers ist Erinnern. Über sein eigenes Leben schrieb er in dem Roman "Herzwand" (1990). Hier offenbarte Härtling zum ersten Mal seine Erinnerungen an die Kindheit, den Selbstmord der Mutter und seine Anfänge als Redaktions-Volontär bei der "Nürtinger Zeitung".

In den 70er Jahren gab er dem Aufbruch der Kinderliteratur entscheidende Anstöße und ist einer der wenigen Autoren von literarischem Rang, die immer auch für Kinder und Jugendliche geschrieben haben. So erhielt Härtling beispielsweise den Deutschen Jugendbuchpreis für "Oma" (1976), den Züricher Kinderbuchpreis für "Ben liebt Anna" und "Sofie macht Geschichten" (1980) sowie für sein kinderliterarisches Gesamtwerk 2001 den Sonderpreis des Jugendliteraturpreises. (APA/AP)

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