Stockende Friedensverhandlungen für den Sudan

6. Februar 2003, 12:57
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Konfliktparteien warten auf Entwicklungen im Irak-Konflikt

Bern/Nairobi - Die Friedensverhandlungen für den Sudan stocken. Sowohl die Regierung wie die Rebellen der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee (SPLA) möchten abwarten, wie sich der Irak-Konflikt auf ihre Verhandlungspositionen auswirkt. Beide Seiten wüssten nicht, welche Konsequenzen der Konflikt haben werde, sagte der Schweizer Sonderbotschafter für Konfliktbearbeitung, Josef Bucher, am Donnerstag auf Anfrage. Sie seien deshalb bei den Verhandlungen in der kenianischen Hauptstadt Nairobi nicht zu größeren Konzessionen bereit.

Bis Ostern soll Einigung her

Die internationalen Vermittler unter Leitung der USA drücken dagegen aufs Tempo. Laut Bucher wollen sie bis Ostern eine Einigung in den offenen Fragen erreichen. Die zwei großen politischen Hürden sind die Verteilung der Macht und der Ressourcen. Danach soll für die umkämpften Regionen im Süden ein definitives Waffenstillstandsabkommen ausgehandelt werden.

Bisher gibt es für den Südsudan erst ein unsicheres Stillhalteabkommen. Am Dienstag konnte es um ein Abkommen ergänzt werden, das eine bessere Einhaltung des vorläufigen Waffenstillstands garantieren soll. Die amerikanische Überwachungsgruppe wurde aufgestockt. Gut funktioniere dagegen weiterhin die Vereinbarung in den Nuba-Bergen, sagte Bucher. Sie werde zu 99 Prozent eingehalten. Im Jänner 2002 war dieses Abkommen über einen Waffenstillstand im zentralsudanesischen Gebirge unter der Verhandlungsführung von Sonderbotschafter Bucher zu Stande gekommen.

Die Vereinbarung muss jedes halbe Jahr erneuert werden. Die letzte Verlängerung wurde Ende Dezember unterzeichnet. (APA)

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    Im Bild: Idris Mohamed Abdelgadir (l) und Yahia Hussein (r), Delegierte der sudanesischen Regierung

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