Telekom Austria will sich als IT-Komplettanbieter etablieren

7. Februar 2003, 12:36
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Festnetz-Chef Fischer wünscht sich E-Gov-Regierungsbeauftragten

Die Telekom Austria (TA) will ihren Business-Solutions-Bereich neu positionieren. "Wir wollen uns als Komplettanbieter für alle Arten von IT-Dienstleistungen etablieren", so COO Wireless Rudolf Fischer am Donnerstag vor Journalisten. Die Telekom sei bereits jetzt eines der größten IT-Unternehmen des Landes und könne somit alle vorhandenen Technologien anbieten. Vor allem der Bereich E-Government liegt dem Festnetzchef am Herzen. Österreich sei laut einer jüngsten EU-Studie in diesem Bereich von Platz neun auf Platz elf abgerutscht. "Was in Österreich immer noch fehlt ist eine E-Government-Gesamtstrategie."

Hosting, Security Services, Basic Computing Services und Professional Services

TA-Business Solutions werde in fünf Kernbereichen, Hosting, Security Services, Basic Computing Services und Professional Services tätig sein. Auf der Exponet 2003 sollen einzelne Lösungen präsentiert werden. Die IT-Trends dieses Jahres ortet Fischer vor allem im Outsourcing und im E-Government. "Das Wachstum hat sich zwar verlangsamt, aber wir sehen keinen Einbruch." Der Return on Investment (ROI) werde bei IT-Investitionen immer wichtiger. "Alles was nicht innerhalb von 18 Monaten profitabel ist, wird nicht durchgeführt", so Fischer. Langfristige Projekte seien mittlerweile Vergangenheit. Insgesamt rechnet die TA mit jährlichen Steigerungsraten im IT-Services-Markt in Österreich von 5,4 Prozent. 2002 trug der Bereich Business Solutions rund 30 Prozent zum Festnetzumsatz bei, in den kommenden Jahren rechnet Fischer mit Zuwächsen zwischen zwei und fünf Prozent.

"Das Thema muss belebt werden."

E-Government sei prinzipiell ein enormer Wachstumsbereich, in Österreich zeige die Tendenz allerdings in eine andere Richtung. "Es gibt viele Insellösungen, aber keine akkordierte E-Government-Strategie", so Fischer. "Das Thema muss belebt werden." Österreich sei beim Breitband-Zugang unter den Top drei in Europa. "Wir wollen auch beim E-Government diese Spitzenposition erreichen." Zu diesem Zweck könnte sich der Festnetzchef einen E-Government-Regierungsbeauftragten vorstellen, der die Strategie koordiniert und überwacht. Zum Thema E-Card erwartet Fischer eine Entscheidung in den nächsten Monaten. Sollte der bisherige Anbieter, die US-deutsche E-Card-Arbeitsgemeinschaft EDS/ORGA, scheitern, was als relativ wahrscheinlich gilt, könnte er sich einen Einstieg in das Projekt durchaus vorstellen. (pte)

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