Fette Beute für den Pleitegeier

6. Februar 2003, 16:38
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Insolvenzrekord in Westeuropa - Gesamtzahl der Firmen-Crashs legt 2002 um knapp 11 Prozent zu - Österreich: 5.254 Pleiten

Düsseldorf - Eine heftige Pleitewelle hat Westeuropa im vergangenen Jahr erfasst. Nach Angaben der deutschen Wirtschaftsauskunftei Creditreform schnellte die Gesamtzahl der Firmeninsolvenzen in den 17 westeuropäischen Ländern (EU plus Norwegen und Schweiz) um 10,7 Prozent auf 150.275 nach oben. In Österreich lag der Anstieg mit 1,5 Prozent im Vergleich dazu deutlich unter dem Durchschnitt: Laut Creditreform weist Österreich für 2002 insgesamt 5.254 Firmenpleiten aus.

Die meisten Unternehmenszusammenbrüche gab es in Frankreich mit 38.688 Fällen (plus 10,9 Prozent), gefolgt von Deutschland mit 37.700 (plus 16,4 Prozent), Großbritannien mit 16.752 (plus 7,6 Prozent) sowie Italien mit 15.600 Insolvenzen (plus 2,6 Prozent). Dies geht aus einer am Donnerstag vorgelegten Statistik der Creditreform hervor.

Am stärksten kletterte die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Vorjahr in Finnland mit plus 34,9 Prozent (auf 2.802 Fälle), in Spanien (plus 33,7 Prozent auf 448) und in der Schweiz (plus 32,9 Prozent auf 4.800). Weniger Firmenzusammenbrüche gab es lediglich in Griechenland (minus 13,4 Prozent auf 512), Irland (minus 11,2 Prozent auf 379) und Luxemburg (minus 7,3 Prozent auf 695). Insolvenzen in Europa 2002

Die Pleitewelle rollt quer durch Europa. Bei der Zahl der Unternehmensinsolvenzen liegt Frankreich noch vor Deutschland. Österreich liegt im Mittelfeld. Die Zahlen im Einzelnen:

                  2002   Veränderung in %

Belgien 7.121 + 0,8 Dänemark 2.472 + 12,9 Deutschland 37.700 + 16,4 Finnland 2.802 + 34,9 Frankreich 38.688 + 10,9 Griechenland 512 - 13,4 Großbritannien 16.752 + 7,6 Irland 379 - 11,2 Italien 15.600 + 2,6 Luxemburg 695 - 7,3 Niederlande 4.802 + 10,9 Norwegen 2.507 + 15,3 Österreich 5.254 + 1,5 Portugal 1.924 + 20,7 Schweden 7.819 + 5,2 Schweiz 4.800 + 32,9 Spanien 448 + 33,7

Gesamt 150275 + 10,7

(APA/dpa/reuters/AP)

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    montage: derstandard.at
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