Neuzuwanderer als "wahre Pest"

14. April 2004, 12:08
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Studie: Sie haben weniger Parasiten als vergleichbare Populationen in den angestammten Gebieten

London/Wien - Ob Kartoffelkäfer, Reblaus, Götterbaum, Spanische Wegschnecke oder Kastanienminiermotte - Neuzuwanderer aus dem Tier- und Pflanzenreich können binnen kürzester Zeit zu einer wahren Pest werden. Was Biologen schon immer vermutet haben, wurde nun durch amerikanische Studien bestätigt: Emigranten haben weniger Parasiten als vergleichbare Populationen in den angestammten Gebieten. Und mit weniger Parasiten können Tiere und Pflanzen größer und zahlreicher werden. Die Studie wurde in der jüngsten Ausgabe der Wissenschaftszeitschrift "Nature" veröffentlicht.

Die Wissenschafter der University of California und der Princeton University untersuchten in einer umfangreichen Arbeit 26 Tierarten, darunter Weich- und Krebstiere, Fische, Vögel, Säuger, Amphibien und Reptilien. Jeweils wurden ausgewanderte bzw. vom Menschen verschleppte Populationen mit solchen an angestammten Plätzen verglichen. Es zeigte sich, dass Exoten gegenüber ihren Artgenossen in den ursprünglichen Gegenden durchschnittlich nur mit der halben Anzahl an Parasiten-Arten zu kämpfen haben. Auch ist die Infektion mit den vorhandenen Quälgeistern in der Regen geringer, das heißt, es sind weniger Individuen befallen.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Eine wichtige Ursache dürfte einfach die sein, dass die Auswanderer nicht alle in Frage kommenden Parasiten mitschleppen. Auch gibt es solche, die so genannte Wirtswechsel benötigen, das heißt, sie vollenden unterschiedliche Lebenszyklen in verschiedenen Tieren. Jenseits der ursprünglichen Gebiete fehlen dann oft die passenden Gegenstücke. In den neu eroberten Gebieten ursprünglich heimische Parasiten fangen dagegen mit den Neuankömmlingen oft wenig an. (APA)

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Nature
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