Gewichtsprobleme als Erbe der Urahnen?

13. Februar 2003, 11:15
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Schon länger diskutierte Theorie: Nahrungsrationen mussten effektiv in Fettreserven angelegt werden

Washington - Experten glauben, dass ein Erbe der Urahnen noch ungezählte Generationen später Gewichtsprobleme verursachen könnte. Im Wissenschaftsjournal "Science" fassten sie Theorien für die steigende Fettleibigkeit in den Industrieländern zusammen.

Generell werde immer klarer, dass die genetische Ausstattung eines Menschen und sein Umfeld mehr Einfluss auf die Figur haben als etwa ein eiserner Wille, schreibt Jeffrey M. Friedman von der New Yorker Rockefeller Universität. Im vergangenen Jahrzehnt haben die meisten Industriestaaten dramatische Gewichtszunahmen verzeichnet. Speziell betroffen sind die USA, wo sich der Anteil der fettleibigen Bevölkerung von 23 auf 31 Prozent erhöht hat.

Nahrungsrationen als Fettreserven

Nach einer schon länger diskutierten Theorie mussten die Jäger und Sammler früherer Zeiten ihre sporadischen Nahrungsrationen sehr effektiv in Fettreserven anlegen, um zu überleben. In den Industrieländern sei diese Fähigkeit, die US-Biologen zufolge an so genannten Geiz-Genen ("Thrifty-Genes") liegen könnte, bei der ständigen und fast uneingeschränkten Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln heute eher ein Fluch. Sie erschwere den Trägern solcher Erbanlagen erheblich, ihr Gewicht unter Kontrolle zu halten, und mache es ihnen fast unmöglich, langfristig abzuspecken. Die Geiz-Gene könnten damit für einen Teil der zunehmenden Fälle von Fettleibigkeit verantwortlich sein.

Viel leichter könnten es nach einer von Friedman vorgestellten Theorie dagegen Menschen haben, die bestimmte Gene von Vorfahren aus dem fruchtbaren Zweistromland besitzen. Die dort mögliche Landwirtschaft garantierte den Bewohnern eine regelmäßige, wenn auch selten üppige Nahrungszufuhr, was sich dann auch in ihrem Erbgut ausgedrückt habe. Menschen mit dieser Gen-Ausstattung hätten bis zum heutigen Tag weitaus weniger Probleme mit Fettpolstern. (APA/dpa)

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    Der Mensch ... durch das Neandertal-Schema betrachtet ... mit vererbten Gewichtsproblemen?

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