Grüne üben Kritik an ÖVP-Frauenpolitik

7. Februar 2003, 12:30
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Koalitionspoker: Madeleine Petrovic befürchtet eine "patriarchalische Gesellschaft"

Wien - Die Grünen hätten "große Lust", ihre Vorstellungen als Regierungspartei umzusetzen. Aber die Verhandlungen darüber mit der ÖVP werden "sehr schwierig", weil die Grünen von der ÖVP eine Trendwende etwa in der Frauenpolitik verlangen, sagte die stellvertretende Grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig Donnerstag in der "ZiB 2". Getreu der Grünen Linie vermied sie es, Bedingungen zu nennen.

In der Frauenpolitik übten die Grünen Kritik an der "rückschrittlichen, konservativen" Politik der Bundesregierung, die den Frauen die Eigenständigkeit nehme und sie zurück an den Herd drängen wolle. Madeleine Petrovic befürchtete gar eine "patriarchalische Gesellschaft". Die ÖVP zeigte sich hingegen über die Einführung des "Meilensteins" Kindergeld glücklich.

Als "paar Dinge, die uns sehr wichtig sind", nannte Glawischnig neben Studiengebühren und Abfangjäger-Verzicht Umweltschutz, Menschenrechte, Integrationspolitik und die Gleichstellung der Frauen. "Wir werden zwei Wochen intensiv verhandeln und versuchen, Lösungen zu finden". Glawischnig hat den Eindruck, dass die ÖVP mit den Grünen ernsthaft verhandelt, die Sondierungsgespräche in den vergangenen Tagen seien "ernsthaft und seriös" gewesen.

Dass sie gerne Umweltministerin würde, stritt Glawischnig nicht ab. Zwar gehe es in den Verhandlungen für sie nicht darum, "irgendetwas zu werden. Aber natürlich haben wir Lust, bei den Dingen, die uns wichtig sind, einmal den Weg zu gehen, den wir vorgeschlagen haben. Natürlich."(APA)

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    Die schwarz-grüne Sondierung ist in der Endphase
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