Verkehrsclub fordert Abschaffung der Vignette

6. Februar 2003, 16:25
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Statt teurem Pickerl für Einführung einer zusätzlichen Energiesteuer auf Treibstoffe

Wien - Nach den jüngsten Engpässen beim Verkauf der Vignette 2003 verlangt der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) nun die Abschaffung des Autobahn-Pickerls.

Die Vignette sei im Sinne des "Gießkannenprinzips" unfair gegenüber jenen, die wenig auf der Autobahn fahren, teuer in der Handhabung sowohl bei der Produktion als auch bei der Verteilung und unpraktikabel bei der Anschaffung und in der Kontrolle, sagte VCÖ-Verkehrsexperte Martin Blum. Der Verkehrsclub fordert stattdessen die Einführung einer zusätzlichen Energiesteuer auf Treibstoffe.

Energiesteuer

Nach Vorstellung des VCÖ sollte diese Energiesteuer 10 Cent je Liter Diesel und 7 Cent je Liter Benzin betragen. Gemessen am aktuellen Treibstoffverbrauch (rund 4,7 Mio. Tonnen Diesel und 2 Mio. Tonnen Benzin) würde dies zusätzliche Steuereinnahmen von mehr als 600 Mio. Euro bringen, deutlich mehr als die bisherigen Vignetteneinnahmen von 372 Mio. Euro inklusive Steuer 2002.

Mehr belastet würden dadurch aber vor allem der Lkw-Verkehr, betont Blum. Ein durchschnittlicher Autofahrer, der im Jahr 12.000 Kilometer zurücklegt, würde laut dem Experten - zumindest wenn er einen Benziner fährt - verglichen mit der Jahresvignette um 14 Euro günstiger aussteigen. Dieselfahrer, so die Rechnung des VCÖ, würden pari aussteigen.

Für Blum wäre dies "ein kleiner Schritt Richtung Kostenwahrheit für den Lkw-Verkehr". Zudem wären mehr Infrastrukturmittel vorhanden, die nicht nur für die Tilgung der Straßenbauschulden der Asfinag, sondern auch zum Bahnausbau verwendet werden könnten.

Verglichen mit anderen EU-Ländern, so der VCÖ, würden die Benzin- und Dieselpreise in Österreich selbst nach der Energiesteuer noch immer knapp unter dem EU-Schnitt und kräftig dem deutschen und italienischen Niveau liegen. Selbst Ungarn wäre noch deutlich teurer, sagt Blum. (APA)

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