Mehr Geld für Gewalt- schutzprogramme

5. Februar 2003, 20:56
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EU-Kommission schlägt Budgetaufstockung zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen vor

Brüssel - Gewalt gegen Frauen und Kinder ist nach Ansicht der Europäischen Kommission weiterhin ein ungelöstes Problem. Die Brüsseler Behörde hat deshalb am Mittwoch eine Aufstockung ihrer Mittel zur Verhütung solcher Gewalt vorgeschlagen. Auf das bisherige Programm, das 270 Projekte mit insgesamt 20 Millionen Euro gefördert hat, soll eine Neuauflage mit 41 Millionen Euro folgen, sofern die EU-Staaten und das Europa-Parlament dem zustimmen.

Weil das neue Programm mit dem Titel "Daphne II" länger läuft - nämlich fünf statt bisher vier Jahre - und auch die zehn neuen Mitgliedstaaten umfasst, stellt die Erhöhung allerdings keine Verdopplung der Mittel dar.´

Multiplikatoreffekt durch "Daphne"

Die bisher geförderten Projekte zielen den Angaben zufolge vor allem auf Gewaltvorbeugung und Schutz vor Gewalt. Mit der Behandlung der Opfer hätten sich zwölf Prozent der Vorhaben befasst, um die Täter kümmerten sich fünf Prozent. "Sexuelle Gewalt in allen Erscheinungsformen steht eindeutig an erster Stelle", erklärte die Kommission nach der Halbzeitbewertung des ersten Förderprogramms für die Jahre 2000 bis 2003. Die von "Daphne" mitfinanzierten Projekte hätten europaweit einen spürbaren Multiplikatoreffekt gehabt, erklärte der zuständige EU-Kommissar Antonio Vitorino.

Auch Projektvorschläge für die neue Phase bis 2008 könnten sich auf alle Aspekte beziehen, wie "Gewalt in der Familie, in schulischen und sonstigen Einrichtungen, am Arbeitsplatz, kommerzielle Ausbeutung von Gewalt, Genitalverstümmelung und deren gesundheitliche Folgen, Gewalt gegen Frauen, Menschenhandel, Behandlung der Täter". Opferschutzorganisationen könnten ebenso eine Unterstützung beantragen wie Ausbildungseinrichtungen, Hochschulen, gemeinnützige Organisationen, Forschungszentren oder Lokalbehörden. (APA/dpa)

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