Maultier-Fohlen in Marokko geboren

6. Februar 2003, 07:52
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Nur vier weltweit gesicherte Fälle - aufgrund seiner ungeraden Chromosomenzahl kann das Maultier kaum Nachwuchs zeugen

London - Gegen alle Regeln hat in Marokko ein Maultier ein Baby bekommen. Dies stehe nach Gentests jetzt eindeutig fest, berichtete das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist" in seiner jüngsten Ausgabe. Das Fohlen sei im August in der südmarokkanischen Region Oulmes von einer 14-jährigen Maultier-Stute geboren worden. Schon seit der Antike ist bekannt, dass Maultiere - Kreuzungen von Pferden und Eseln - sich kaum fortpflanzen können.

Der marokkanische Fall ist erst der vierte wissenschaftlich anerkannte: Zuvor wurden Füllen von Maultier-Stuten nur 1985 in Nebraska und in zwei Fällen 1988 in China geboren. Der Gentest wurde am Veterinärmedizinischen Institut in der marokkanischen Hauptstadt Rabat ausgeführt und ergab, dass das Fohlen durch die Kreuzung der Maultier-Stute mit einem Esel erzeugt wurde.

Pferde haben 64 Chromosomen, Esel jedoch nur 62. Ein Maultier kommt daher mit der ungeraden Zahl von 63 Chromosomen zur Welt. Bei den Römern gab es ein Sprichwort, in dem es hieß, die Geburt eines Fohlens durch ein Maultier komme höchstens "alle Jubeljahre" vor. Der marokkanische Fall jedoch erregte besondere Aufmerksamkeit, weil dort ein Aberglaube kursiert, die Geburt eines Maultier-Fohlens deute auf den unmittelbar bevorstehenden Weltuntergang hin. (APA/AFP)

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