Sprint kehrt in die Gewinnzone zurück

5. Februar 2003, 19:58
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Topmanager wegen privater Nutzung von Steuerschlupflöchern abgetreten

Der viertgrößte US-Telekomkonzern Sprint hat das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2002 wieder mit schwarzen Zahlen beendet. Der operative Gewinn lag bei 388 Mio. Dollar, nachdem im Vorjahr noch ein Minus von 1,71 Mrd. Dollar eingefahren wurde, teilte das Unternehmen heute, Mittwoch, mit. Der Q4-Umsatz stieg leicht von 6,52 Mrd. auf 6,53 Mrd. Dollar. Der Jahresumsatz stieg um vier Prozent auf auf 26,63 Mrd. Dollar. Das gute Ergebnis wurde in erster Linie auf die erfolgreichen Kostensenkungsmaßnahmen zurückgeführt. Für 2003 rechnet der Telekomkonzern mit einem leichten Umsatzrückgang. Wie das Wall Street Journal (WSJ) berichtet, wurden Chairman William Esrey und Präsident Ronald LeMay wegen fragwürdiger Einkommenssteuermeldungen entlassen.

Topmanager wegen privater Nutzung von Steuerschlupflöchern abgetreten

Der überraschende Rücktritt von Esrey und LeMay in der Vorwoche hatte also einen anderen Hintergrund als bisher angenommen. Die beiden Topmanager sollen auf sehr fragwürdige Weise Steuerschlupflöcher zum persönlichen Vorteil ausgenutzt haben, berichtet das WSJ unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise. Als schließlich Ermittlungen der Steuerfahndung anliefen, waren die Konzernspitzen offenbar für Sprint nicht mehr länger tragbar. Esray und LeMay sollen allein in den Jahren 1999 und 2000 rund zehn Mio. Dollar eingespart haben, die sie als Steuern auf ihre Aktienoptionen hätten bezahlen müssen. Auch andere Spitzenkräfte sollen ähnlich vorgegangen sein, weitere Namen wurden jedoch bisher nicht bekannt. Laut WSJ sollen die beiden Topmanager nicht illegal gehandelt, sich jedoch in einer Grauzone bewegt haben. (pte)

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