Die Essenz dessen, was passiert ist

5. Februar 2003, 19:38
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Libeskind und Think sind im Finale des Rennens um den prominentesten Bauplatz des Erdballes

Wien - 407 Entwürfe und Bewerbungen für eine Neubebauung der Ground Zero genannten Baulücke im Süden Manhattans liefen in den vergangenen Monaten in New York ein. Nun kamen, wie die Entwicklungsgesellschaft der Liegenschaft am Dienstagabend bekannt gab, zwei Projekte in die Endauswahl.

Es sind dies die Entwürfe von Daniel Libeskind sowie der Gruppe Think (Rafael Vinoly und Frederic Schwartz). Beide Projekte sind mit 541 und 500 Metern höher konzipiert als der momentate Hochhaus-Spitzenreiter, die Petronas-Türme in Kuala Lumpur mit 444 Metern Höhe.

Während Think zwei interessant strukturierte gläserne Zwillingstürme mit allerlei Verbindungszonen entwarf, stellte Libeskind einen spitz geschraubten Baukörper in die Lücke und ließ die Fundamentwannen der am 11. September 2001 geborstenen World-Trade-Türme als Mahnmal bestehen. Im Turm selbst bringt der US-Architekt Gartenetagen verschiedener Klimazonen unter, denn, so Libeskind: "Gärten sind eine konstante Bejahung des Lebens" und damit Symbol und "die Essenz dessen, was passiert ist".

Die endgültige Entscheidung, wer die prominenteste Baulücke der Welt befüllen darf, soll, so die Port Authority, noch im Februar fallen. Für Planungs- und Bauzeit wurde jedenfalls ein großzügiger Rahmen von bis zu zehn Jahren festgesetzt. (APA, uwo / DER STANDARD, Printausgabe, 6.2.2003)

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