Leitl wirbt für persönliches Pensionskonto

5. Februar 2003, 19:50
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Wirtschaftskammerpräsident stellt Modell vor

Wien - Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl und Oberösterreichs Landeshauptmannstellvertreter Franz Hiesl rühren die Werbetrommel für die Einführung eines Pensionskonten-Modells. Die Chance der (noch) relativ niedrigen Belastungsquote Erwerbstätiger müsse für eine "faire und transparente" Umstellung des Pensionssystems genutzt werden.

Bis zum Jahr 2010 erhalten - wie heute - 100 Erwerbstätige rund 60 Nicht-erwerbstätige, also Kinder und Pensionisten. Bis 2050 werde sich das Verhältnis auf ein Erwerbstätiger muss einen Nichterwerbstätigen erhalten, verschlechtern.

Freie Wahl

Ein persönliches Pensionskonto für jeden Beitragszahler hätte den Charme, dass jeder - so es der Arbeitsmarkt zulässt - frei wählen könnte, wann er oder sie in Pension geht. Versicherungsmathematisch würden sich Zu- und Abschläge in der Größenordnung von sechs Prozent pro Jahr ergeben, je nachdem, ob man vor oder nach dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter in Rente geht. Derzeit lohnt sich der frühest möglich Pensionsantritt finanziell am meisten.

Ab 2004 sollte dieses System über 20 Jahre eingeführt werden. Spätestens 2024 sollte dann das Pensionsantrittsalter von Frauen und Männern gleichgestellt worden sein. Nach derzeitigem Stand geschieht das erst 2033.

Nach dem Modell sollten künftig alle einbezahlten Beiträge auf dem Pensionskonto verbucht werden. Zum Zeitpunkt des Pensionsantritts sollte dieser Betrag dann durch die durchschnittliche Lebenserwartung dividiert und als monatliche Pension ausbezahlt werden. Da diese Pensionshöhe wesentlich unter dem derzeitigen Niveau liegen würde, sieht das Modell zusätzlich eine "fiktive Verzinsung" der Beiträge vor. Diese Verzinsung könnte bei 2,5 bis drei Prozent bei Männer und bei vier bis fünf Prozent bei Frauen liegen, um das derzeitige Niveau zu erreichen. Sie hätte in etwa die Funktion des derzeitigen Bundeszuschusses. (miba, DER STANDARD, Printausgabe 6.2.2003)

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