Antiminen-Kampagne befürchtet Mineneinsatz in möglichem Irak-Krieg

5. Februar 2003, 18:23
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USA und der Irak nicht Mitglieder der Anti-Minen-Konvention

Genf - Die Internationale Kampagne gegen Antipersonenminen (ICBL) hat die USA und den Irak am Mittwoch aufgerufen, im Fall eines Krieges auf den Einsatz von Antipersonenminen zu verzichten. Der Irak gehört zu den am meisten verminten Ländern der Welt. Der erneute Einsatz von Minen im Irak wäre ein Rückschlag für die Durchsetzung der Anti-Minen-Konvention von 1997, sagte Stephen Goose von ICBL in Genf. Die USA, die das Abkommen nicht unterzeichnet hatten, hätten erklärt, den Einsatz von Minen nicht auszuschließen.

Sie verfügten über ein Lager von 90.000 Antipersonenminen in Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudiarabien sowie auf der britischen Insel Diego Garcia im Indischen Ozean, sagte Goose weiter. Zuletzt hätten die USA Minen im Golfkrieg von 1991 eingesetzt. Auch der Irak ist nicht Mitglied der Antiminen-Konvention von Ottawa. Die irakische Armee setzte Minen in Kuwait 1990 und 1991 ein, im Krieg gegen den Iran (1980-1988) sowie während des internen Konflikts im Kurdengebiet im Norden des Landes. Heute forderten die Minen im Kurdengebiet noch täglich ein Opfer, sagte Goose. Die beiden irakisch-kurdischen Parteien Patriotische Union Kurdistans (PUK) und die Demokratische Partei Kurdistans (DKP) hatten im vergangenen Jahr den "Genfer Appell" unterzeichnet und sich damit verpflichtet, keine Landminen mehr einzusetzen.

Die Antiminen-Konvention verbietet Herstellung, Vertrieb und Einsatz von Antipersonenminen. Aus diesem Grund sollten Mitgliedstaaten der Konvention und Verbündete der USA in einem möglichen Krieg gegen den Irak sich von einem Einsatz dieser Waffen distanzieren, forderte Goose. Das Minenräumungsprogramm der UNO säuberte im Irak von 1998 bis 2002 mehr als 9,7 Millionen Quadratmeter von Minen. Zwischen 1993 und 2001 gab sie 80 Millionen Dollar für die Minenräumung im Irak aus. Nach einer Studie des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) stellten im Jahr 2001 nicht detonierte Minen aus dem Golfkrieg 1991 im Süden des Irak noch immer eine Bedrohung für die Bevölkerung dar. Im selben Jahr produzierte die humanitäre Organisation im Irak 1168 Prothesen für Minenopfer. (APA/sda)

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