Linksextreme Parteien verklagen Frankreichs jüdischen Rat

5. Februar 2003, 17:00
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Präsident des Rates hatte ihnen Antisemitismus und Verbindungen zu den "Braunen" vorgeworfen

Paris - Die beiden linksextremen französischen Parteien "Ligue communiste revolutionnaire" (LCR) und "Lutte Ouvriere" (LO) haben am Mittwoch angekündigt, dass sie gegen den Rat der jüdischen Institutionen in Frankreich CRIF ("Conseil representatif des institutions juives en France") eine Diffamierungsklage einbringen werden. CRIF-Präsident Roger Cukierman hatte ihnen Ende Jänner "Antizionismus und Antisemitismus" vorgeworfen.

"Der Antizionismus ist die neue Bekleidung des Antisemitismus", hatte Cukierman im Rahmen eines Empfangs des CRIF am 25. Jänner erklärt. Der CRIF-Chef hatte insbesondere betont, dass die "braun-grün-rote" Allianz "eine nach den rassischen Hierarchien nostalgische extreme Rechte", sowie eine "globalisierungsfeindliche, antikapitalistische, antiamerikanische und antizionistische extreme Linke" vereine. Nach diesen Äußerungen hatte Frankreichs Grünen-Chef Gilles Lemaire die Veranstaltung vorzeitig verlassen. Als eine "üble Vermischung" kritisierte die Aussagen auch die kommunistische Parteichefin Marie-George Buffet (PCF).

LCR und LO "können es nicht hinnehmen, als rassistisch und antisemitisch eingestuft zu werden, bloß weil sie wie auch viele Kreise in Israel die brutale Politik der Zerstörung der Gesellschaft und des palästinensischen Volkes kritisieren, die die Regierung (des israelischen Premiers Ariel, Anm.) Sharons betreibt", schreiben die beiden trotzkistischen Bewegungen in einer Aussendung. Die Verknüpfung der beiden LCR und der LO mit den "Braunen, mit denen Faschisten und Nazis gemeint sind" wird in dem Schreiben als "Beschimpfung" für all jene bezeichnet, "die Opfer "der italienischen und deutschen faschistischen Regime oder des Regimes von Vichy waren". (APA)

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