Frankreich: Inspektoren sollen Powell-Informationen bewerten

5. Februar 2003, 17:02
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Europaministerin: Unterlagen müssten an Ort und Stelle verifiziert werden

Paris - Frankreich hat sich gegen eine schnelle Entscheidung des UNO-Sicherheitsrats über Konsequenzen aus den von den USA angekündigten Beweise gegen den Irak gewandt. Die französische Europaministerin Noelle Lenoir sagte am Mittwoch in Paris kurz vor der Sitzung des Sicherheitsrats, die Waffeninspektoren der Vereinten Nationen müssten die Informationen der USA möglicherweise vor Ort verifizieren.

Außenminister Dominique de Villepin werde den für den Nachmittag angesetzten Bericht seines US-Amtskollegen Colin Powell aufmerksam verfolgen. "Dann wird es Sache der Inspektoren sein, neue Elemente einzubeziehen und die Konsequenzen zu ziehen, in dem sie sie, wenn nötig, vor Ort verifizieren", sagte sie in der Nationalversammlung.

Zuvor hatte auch der deutsche Außenminister Joschka Fischer, der die Ratssitzung als Vorsitzender leiten wird, gesagt, es könne vermutlich keine direkte Auswertung von Powells Informationen geben, weil dies Sache von Experten sei. Deutschland und Frankreich haben immer wieder gefordert, den Inspektoren so viel Zeit einzuräumen wie nötig, um eine Entwaffnung Iraks ohne einen Krieg zu erreichen. Diese Position vertreten auch Russland und China, die wie Frankreich im Sicherheitsrat ein Veto-Recht haben.

Die USA und Großbritannien haben weiteren Inspektionen zugestimmt, wollen dem Irak aber nur noch wenige Wochen Zeit lassen, sich den Abrüstungsforderungen der UNO zu unterwerfen. Powell will die Skeptiker durch die angekündigten Beweise davon überzeugen, dass der Irak Massenvernichtungswaffen versteckt und zur Abrüstung des Golfstaates ein Krieg nötig sein könnte. (APA/Reuters)

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