"Turbulente Monate" an den Börsen

5. Februar 2003, 16:04
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RZB sieht angesichts der Irakkrise weiterhin hohe Volatilität an den Aktienmärkten - Papiere aus Nicht-Euroraum bevorzugt

Wien - Die Volkswirte der Raiffeisen Zentralbank (RZB) gehen in einer aktuellen Analyse angesichts der Irak-Krise und der anhaltend hohen Volatilitäten von weiteren "turbulenten Monaten" an den Finanzmärkten aus. Eine wirtschaftliche Verbesserung erwarten sie erst in der zweiten Jahreshälfte 2003, die in den USA ihren Anfang nehmen sollte.

Der Rentenmarkt habe sein Potenzial "weitgehend ausgeschöpft", heißt es in der jüngsten RZB-Studie zur "Asset Allocation". Deshalb sollten risikoaverse Anleger in den nächsten Monaten daran denken, von den langen in kürzere Laufzeiten umzuschichten. Den Aktienanteil in ihrem "globalen Wachstumsportfolio mittleres Risiko" haben sie mit fünf Prozentpunkten untergewichtet. Die verbleibenden 55 Prozent bleiben für Anleihen übrig, da die RZB-Experten in diesem Portfolio keinen Cashanteil aufbauen.

Telekomsektor übergewichtet

Innerhalb des Aktienportfolios bevorzugen sie Titel aus dem Nicht-Euroraum, da sich die osteuropäischen Börsen einigermaßen von dem allgemeinen Abwärtstrend abkoppeln konnten. Nach Branchen haben sie den Energiesektor und defensive Konsumwerte übergewichtet. Am deutlichsten übergewichtet ist der Telekommunikationssektor. Die Experten rechnen damit, dass die Branche von Restrukturierungsplänen profitieren wird. Die geringsten Chancen geben sie momentan dem Finanzsektor. Ebenfalls untergewichtet im Aktienportfolio der RZB ist der Technologiebereich, der kaum Aussicht auf bessere Bewertungen biete.

In Osteuropa käme die Abwertung der lokalen Währungen gegenüber dem Euro sowohl den Anleihen als auch den Aktien zugute. Dies biete eine gute Möglichkeit, in Lokalwährungsanleihen einzusteigen. Langfristigen Investoren mit einem Zeithorizont von zwei bis vier Jahren empfiehlt die RZB den Kauf von Zloty-, Forint- und Slowakenkronenanleihen, nicht zuletzt auf Grund des erwarteten Beitritts aller drei Länder zum Euroraum. Vom Kauf von US-Treasurys rät das Institut jedoch ab, da beim Dollar "mit weiteren Abwertungen zu rechnen" sei, geht aus der Studie hervor. Deshalb seien Euro-Staatsanleihen empfehlenswerter.

Euro weiter deutlich über Parität

Den Euro sehen die Analysten weiterhin deutlich über der Parität zum Dollar. Die europäische Gemeinschaftswährung ist mittlerweile zwar über die März-Prognose der RZB gestiegen, trotzdem sei eine Korrektur des Euro zum Dollar nicht vor dem zweiten Quartal zu erwarten.

Für den Ölpreis prognostizieren sie eine Stabilisierung, sollte die Arbeit der UN-Waffeninspektoren fortgesetzt werden. Ansonsten sei nur noch mit einem geringen Aufwärtsschub zu rechnen, dem bei Beginn der Kampfhandlungen eine rasche Korrektur folgen dürfte. (APA)

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RZB

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    Die Volkswirte der RZB erwarten eine wirtschaftliche Erholung erst in der zweiten Jahreshälfte. Die Situation an den Aktienmärkten bleit angespannt.

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