Arbeitsminister provoziere Arbeitslosigkeit

5. Februar 2003, 15:04
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Kritik an Aufstockung des Grenzgänger- und Praktikantenkontingents durch Bartenstein

Eisenstadt - Die Arbeiterkammer Burgenland protestiert gegen die "deutliche" Aufstockung des Grenzgänger- und Praktikantenkontingents. So können heuer 1.700 Arbeitnehmer - um 300 mehr als im Vorjahr - aus den benachbarten westungarischen Komitaten im Burgenland als Grenzgänger beschäftigt werden. Das Praktikantenkontingent wurde von 900 auf 1.600 ausgeweitet. "Wirtschaftsminister Bartenstein provoziert Arbeitslosigkeit", lautet der Vorwurf der Kammer.

Burgenländischer Arbeitsmarkt belastet

"Die Aufstockung belastet den burgenländischen Arbeitsmarkt", warnt AK-Präsident Alfred Schreiner. So sei das Kontingent mit einem Plus von 800 Plätzen (plus 89 Prozent) seit dem Jahr 2000 fast verdoppelt worden. Schreiner: "Ende Jänner waren im Burgenland 12.665 Arbeitnehmer arbeitslos gemeldet, darunter 986 Ausländer. Wozu muss man da noch 300 zusätzliche Grenzgänger ins Land holen, vor allem wenn man bedenkt dass die Grenzgänger in jedem Bereich beschäftigt werden können, unabhängig davon, wie viele arbeitslose Burgenländer es in dieser Branche gibt?"

Für den AK-Chef liegt es auf der Hand, dass durch Grenzgänger heimische Arbeitskräfte vom Arbeitsmarkt verdrängt werden.

Auch im Praktikantenkontingent ortet die Kammer ein großes Potenzial für Missbrauch. "Praktikanten sollen zu Ausbildungszwecken, zumeist zum Deutsch Lernen, nach Österreich kommen. Viele werden jedoch als Lkw-Fahrer beschäftigt, wo auf der Fernfahrt nach Russland, Spanien oder Belgien der Deutsch-Lern-Effekt gegeben ist, muss mir erst einer beweisen", argumentiert Schreiner. (APA)

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