Arabische Liga bestätigt vorgezogenen Gipfel Anfang März in Kairo

5. Februar 2003, 14:53
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Vorsitzland Libanon ruft zu "Schadensbegrenzung" auf

Kairo - Die Arabische Liga wird ihren ursprünglich für den 24. März in Bahrain geplanten Gipfel wegen der Irak-Krise auf Anfang März vorverlegen. Wie ihr Generalsekretär Amr Mussa (Ägypten) am Mittwoch in Kairo bestätigte, soll das Gipfeltreffen nun in Kairo stattfinden. Mehrere arabische Regierungen, allen voran das derzeitige Vorsitzland Libanon, hatten in den vergangenen Wochen gefordert, die Staats- und Regierungschef müssten sich angesichts des drohenden Irak-Krieges und der israelischen Militäraktionen in den Palästinensergebieten früher treffen, um den "Schaden zu begrenzen". Die Außenminister der Staaten der Arabischen Liga wollen den Gipfel auf einer Sondersitzung in Kairo am 16. Februar vorbereiten. Der Irak hat angesichts der US-Kriegsvorbereitungen die Einberufung eines Sondergipfels der Arabischen Liga befürwortet.

Der libanesische Staatspräsident Emile Lahoud hatte in seiner Eigenschaft als amtierender Liga-Vorsitzender erklärt, jeder Angriff auf eines ihrer Mitglieder richte sich gegen die Arabische Liga in ihrer Gesamtheit. Lahoud, der im Jänner den irakischen Sondergesandten General Ali Hassan al Majid empfangen hatte, verwies auf die Beschlüsse des Beiruter Gipfels der Arabischen Liga vom März 2002. Die Arabische Liga umfasst 22 Staaten, einschließlich des 1988 von der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ausgerufenen Staates Palästina. (Die PLO war als solche bereits 1976 Vollmitglied der Liga geworden.) Zu den Gründungsmitgliedern der Liga - Ägypten, Irak, Jemen, Jordanien, Libanon, Saudiarabien und Syrien - kamen später Algerien, Sudan, Libyen, Marokko, Tunesien, Bahrain, Katar, Kuwait, Oman, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Mauretanien, Somalia, Dschibuti (Djibouti) und die Komoren hinzu. Libyen hat seine Mitgliedschaft vorübergehend einseitig suspendiert.

Im Golfkrieg von 1991 war ein tiefer Graben zwischen den arabischen Unterstützern und Gegnern der alliierten Militäraktion zur Befreiung Kuwaits verlaufen. Von dieser Krise hat sich die Organisation bis heute noch nicht gänzlich erholt. (APA/dpa)

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