Daten zu Protein-Forschung bei "Columbia"-Unglück verloren

5. Februar 2003, 19:40
posten

Studien werden sich verzögern

Köln - Mit dem Unglück des Raumshuttle "Columbia" sind auch für deutsche Forscher wertvolle wissenschaftliche Daten verloren gegangen. "Wir hatten vier Experimente zur Protein-Kristallisation an Bord, von der wir sehr wichtige Informationen für die Medizin und vor allem die Pharmazie erhofft hatten." Das sagte der Direktor für Raumfahrtprojekte bei Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik (DLR), Klaus Berge am Mittwoch in Köln.

"Es gibt sehr viele Proteine im menschlichen Körper, deren Zusammensetzung wir auch mit speziellen Mikroskopen nicht auf die Spur kommen." Experimente dazu hätten auch im Oktober 2004 in einem Labor ins All gebracht werden sollen, sagte Berge. "Die gesamte Forschung in diesem Bereich wird sich nun aber verzögern".

Zehn Experimente in deutscher Kooperation

Enttäuschend für die Wissenschaft sei zudem der Verlust von Daten über das Weltraum-Aquarium CEBAS. "Hier wollte man die Entwicklungsbiologie an Fischen in der Schwerelosigkeit untersuchen." Dies hätte Aufschlüsse geben sollen etwa über das Verhalten und die Entwicklung der Tiere. Insgesamt seien an Bord der "Columbia" zehn Experimente durchgeführt worden, die in deutscher Kooperation entwickelt worden seien.

Lediglich zu zwei Experimenten seien die Daten erhalten gelieben. "Diese waren uns noch vor dem Absturz über Telemetrie gesendet worden." Dabei ging es um die Regulation von Blutdruck und Herzfrequenz unter Belastung in der Schwerelosigkeit. (APA/dpa)

Share if you care.