Kein Verzicht des UNO-Tribunals auf Anklage Bobetkos

5. Februar 2003, 14:36
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Chefanklägerin Del Ponte wirft Zagreb erneut mangelnde Kooperation vor

Den Haag - Die Anklage beim UNO-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag wird auf den Haftbefehl gegen den gesuchten kroatischen Ex-General Janko Bobetko nicht verzichten. Experten des Tribunals hatten dem 84-Jährigen bei einer Untersuchung in Zagreb kürzlich bescheinigt, dass er zu krank sei, um zu einer Verhandlung nach Den Haag zu reisen, berichtete eine Sprecherin von Chefanklägerin Carla Del Ponte am Mittwoch. Die Ärzte bestätigten damit frühere kroatische Angaben.

Zustand des Ex-Generals soll regelmäßig geprüft werden

Del Ponte will aber die Richter auffordern, den Zustand des früheren Generalstabschefs regelmäßig überprüfen zu lassen. Bobetko wird die Ermordung von mindestens 100 serbischen Zivilisten im Jahr 1993 zur Last gelegt. Die Chefanklägerin warf der Regierung in Zagreb erneut vor, nur ungenügend mit dem Tribunal zu kooperieren.

So könne der ebenfalls wegen Kriegsverbrechen gesuchte General Ante Gotovina (46) weiterhin unbehindert durch Kroatien reisen, ohne dass die Behörden den Haftbefehl des Tribunals vollstreckten. Als Befehlshaber kroatischer Streitkräfte wird Gotovina für Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen im Jahr 1995 verantwortlich gemacht. Del Ponte bemängelte zudem, dass Anforderungen des Tribunals nach Überlassung wichtiger Dokumente aus kroatischen Archiven nur selektiv, schleppend und nicht vollständig erfüllt würden. (APA/dpa)

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