"Nominierung war Appell an die Politik"

7. Februar 2003, 13:44
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Tschechien: Schlagerstar Karel Gott würde im Fall einer Direktwahl ernsthaft über Präsidentschafts- kandidatur nachdenken

Frankfurt/Main - Der Schlagersänger Karel Gott hat die Künstlerinitiative für seine Nominierung zur Wahl des Staatspräsidenten als Appell an die tschechische Politik bezeichnet, die Nachfolge von Vaclav Havel zu lösen. "Macht endlich was, damit unser Wahlkampf nicht lächerlich wird", sagte Gott am Freitag im Gespräch zum Gerangel im Parlament, in dem bisher zwei Wahlgänge scheiterten. Eine dritte Runde soll am 28. Februar stattfinden.

Seit dem 2. Februar hat Tschechien nach dem Ende der Amtszeit Havels kein Staatsoberhaupt mehr. Für den Fall, dass auch der dritte Wahlgang scheitert, haben einige tschechische Politiker vorgeschlagen, die Verfassung zu ändern und die Direktwahl des Staatsoberhaupts einzuführen. Gott stellte klar, dass er nur im Falle einer Wahl durch das Volk über eine Kandidatur ernsthaft nachdenken werde. Meldungen, er habe eine Kandidatur bereits abgelehnt, wies er zurück. "Das stimmt nicht", sagte er.

Allerdings würde es ihm sehr schwer fallen, nach 40 Jahren als Schlagersänger die Musik aufzugeben. Die Wahl zum Präsidenten würde bedeuten, dass er nicht mehr singen könne. "Das ist eine sehr schwere Entscheidung." Zur Qualifikation für das höchste Staatsamt sagte er: "Man kann alles lernen. Der Schauspieler (Ronald) Reagan und der Dramatiker Havel haben es auch gelernt."

Auf jeden Fall ist der 63-jährige Sänger zunächst weiterhin als Musiker aktiv: Für das AP-Gespräch wurde er telefonisch in Norddeutschland bei einer Promotiontour für sein neues Album "Jede Nacht" erreicht. Fernsehauftritte in deutschen Volksmusiksendungen seien bereits vereinbart, und im Dezember sei eine Deutschlandtournee geplant - wenn es in der Heimat nicht zu einer Direktwahl des Präsidenten kommt. (APA/AP)

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    Schlagerstar Karel Gott

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