Deutschlands Film vermisste "Manitu"

5. Februar 2003, 18:13
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Bilanz des schwächeren 2002er-Jahrgangs sah "Bibi Blocksberg" voran

Berlin - Frankreich hatte keine Amélie, Deutschland keinen Manitu - magerer waren die Resultate. Der deutsche Film hat im vergangenen Kinojahr deutliche Einbußen an den Kinokassen im eigenen Land hinnehmen müssen. Da ein Quotenbringer wie "Der Schuh des Manitu" fehlte, prompt fiel der Marktanteil nach dem "Ausreißer" 2001 im vergangenen Jahr auf den durchschnittlichen Wert von 11,9 Prozent. Statt 30,9 Millionen Besucher wurden bei deutschen Kinofilmen nur noch 19 Millionen gezählt, teilte die Filmförderungsanstalt (FFA) in Berlin mit.

Kassenmagnet unter den deutschen Filmen war der Kinderfilm "Bibi Blocksberg", der die Zwei-Millionen-Grenze überschritt. Mit "Nirgendwo in Afrika" und "Knallharte Jungs" schafften nur zwei weitere Filme die Millionengrenze. Im Jahr davor hatte es dagegen neun solcher Filme gegeben. Insgesamt wurden bis Ende 2002 mit fast 164 Millionen Kinobesuchern 14 Millionen weniger gezählt. Trotz eines leichten Rückgangs wurde mit 960 Millionen Euro Umsatz an den Kinokassen aber das zweitbeste Jahresergebnis seit der Wende 1989 erzielt.

Nach einer Flaute nahm auch die Zahl der Kinos in Deutschland wieder zu. Als erfreulich bezeichnete es die FFA, dass mit 113 Stilllegungen die geringste Zahl an Schließungen im vergangenen Jahrzehnt registriert wurde. Die Konkurrenz durch Großkinos habe dabei in keinem Fall zur Aufgabe geführt, betonte die Filmförderungsanstalt. Unter dem Strich gab es zum Jahresende 2002 mit 1203 Filmtheatern 26 Kinos mehr als 2001. (APA/dpa)

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