Schrecksekunde für Weltmeisterin

7. Februar 2003, 12:00
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Dorfmeister überstand Sturz unverletzt - Schweizer Doppelpack im zweiten Abfahrts-Training - Götschl als beste Österreicherin an siebenter Stelle - ÖSV-Kombiniererinnen im Spitzenfeld

St. Moritz - Bei Michaela Dorfmeister läuft wirklich nichts "normal." Zwei Tage nach ihrer Goldfahrt im Super G flog die Niederösterreicherin am Mittwoch im zweiten WM-Abfahrtstraining nach einem Sturz mit Höchsttempo ins Netz, blieb aber glücklicher Weise unverletzt. "Eine echte Schrecksekunde, ich habe Riesenglück gehabt", atmete Dorfmeister auf. Mit Monika Dumermuth (1:21,61) vor Nadia Styger (+0,33) lagen zwei Qualifikation fahrende Schweizerinnen voran.

Rücklings in die Netze

Das Malheur passierte schon im oberen Teil und bei schlechter Sicht. "Ich bin zu direkt ins Tor und dort auf dem glatten, harten Schnee ausgerutscht", beschrieb Dorfmeister die Situation. Rückwärts donnerte sie in die Sicherheitszäune, blieb aber bis auf leichte Genickschmerzen unversehrt und fuhr dann selbstständig auf ihren Skiern ins Tal. "Ich wollte trotz der schlechten Sicht voll fahren, jede Trainingsfahrt könnte uns ja abgehen", sagte sie.

Das zweite Damen-Training wurde trotz Schneefall und mäßiger Sicht vom Kombi-Start durchgepeitscht. Ob das Wetter am Freitag wirklich besser wird, ist fraglich. Und weil an diesem Tag eine verschobene Herren-Kombiabfahrt Vorrang hätte, könnte es durchaus sein, dass bei Schlechtwetter dafür das Abfahrtstraining der Damen geopfert wird.

"Besser als nichts"

Die ÖSV-Damen gingen es am Mittwoch jedenfalls fast durchwegs deutlich flotter an als am Vortag. Allen voran Renate Götschl, die als Siebente (+0,85) beste Österreicherin war. "Gestern habe ich nichts gesehen, da fahre ich nie voll. Aber heute hat es halbwegs gepasst", erklärte Götschl. Zwar käme man vom Super-G-Start aus natürlich erst relativ spät wirklich auf Tempo, "aber besser als nichts", so Götschl. Sie hat das Thema Kombination definitiv abgehakt, auch Brigitte Obermoser steht nicht zur Verfügung. "Nur um bei einer WM auszuhelfen, das brauche ich nicht", betonte die Salzburgerin.

Sponring ein Thema für Spezialabfahrt

Die Überraschung war hingegen Kombi-Fixstarterin Christine Sponring. Die junge Tirolerin wurde Neunte (+0,94) und wird nun auch für die Spezialabfahrt am Sonntag immer mehr ein Thema, denn Kathrin Wilhelm kam über Platz 33 nicht hinaus. "Ich hätte nichts dagegen, auch die Abfahrt zu fahren", gab die Kombi-Silberne von St. Anton offen zu.

Zwar ist für Alpinchef Hans Pum weiterhin "alles beim Alten" und Wilhelm damit im Abfahrtsteam, aber am Freitag im Abschlusstraining könnte noch alles passieren. Was gegen Sponring spricht ist, dass bei den Damen die Kombination erst am Montag nach der Spezialabfahrt gefahren wird und ihr Technik-Training darunter leiden könnte. (APA)

Wichtigere Ergebnisse vom zweiten Abfahrtstraining der Damen auf verkürzter Strecke am Mittwoch:

  1. Monika Dumermuth (SUI)       1:21,61
  2. Nadia Styger (SUI)             +0,33 
  3. Melanie Turgeon (CAN)          +0,43
  4. Carolina Ruiz-Castillo (ESP)   +0,46
   . Isolde Kostner (ITA)           +0,46
  6. Regina Häusl (GER)             +0,47
  7. Renate Götschl (AUT)           +0,85
  8. Ingrid Jacquemod (FRA)         +0,88
  9. Christine Sponring (AUT)       +0,94
 10. Janette Hargin (SWE)           +0,97
 11. Hilde Gerg (GER)               +1,00
     weiter:
 18. Nicole Hosp (AUT)              +1,53
 19. Brigitte Obermoser (AUT)       +1,89
 20. Kirsten L. Clark (USA)         +1,91
 21. Carole Montillet (FRA)         +1,92
 28. Alexandra Meissnitzer (AUT)    +2,28
 30. Marlies Schild (AUT)           +2,53
 33. Kathrin Wilhelm (AUT)          +2,65
 35. Janica Kostelic (CRO)          +3,05
 39. Jonna Mendes (USA)             +3,67

Ausgeschieden u.a.: Michaela Dorfmeister (AUT)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Schockerlebnis für Michaela Dorfmeister

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    Die Österreicherin Kathrin Wilhelm in der Kälte von St. Moritz.

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