Aufregung um Fake-Nachrichten aus dem Internet

6. Februar 2003, 09:29
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Täuschend echt aussehende nachgemachte Webseiten bekannter Nachrichtendienste verbreiten die haarsträubendsten Meldungen

Das Internet ist nicht nur als Informations- und Kommunikations-Medium bekannt, sondern leider auch als Umschlagplatz für mehr oder weniger wahre Geschichten und eine Menge Gerüchte. Im Wissen dass User auch nicht mehr alles glauben was sie im Internet lesen, lassen sich findige Bastler immer wieder neue Tricks einfallen.

Fake-Sites im Netz

So häufen sich in letzter Zeit die so genannten "Fake-Sites" - also Internetseiten die in Aufmachung an bekannte Seiten von Nachrichtendiensten erinnern, aber in Wahrheit nur erfundene und oftmals haarsträubende Geschichten verbreiten wollen.

CNN-Fake vom Netz

Erst vor einigen Wochen kursierte im Internet die Meldung, dass Microsoft Interesse an der Spiele-Sparte von Vivendi bekundet und bereits Gespräche über eine Übernahme führen würde. Diese Meldung ging durch zahlreiche Medien und sorgten bei den betroffenen Unternehmen für Dementis. Es stellte sich heraus, dass diese Meldung nicht wie gedacht von CNN, sondern von einer Fakeseite, die eine exakte Kopie der CNN-Website darstellte, in die Welt gesetzt wurde. Laut einem Bericht von Wired gelang es Schülern einen "Fake CNN News Generator" im Internet zu verbreiten. Diese ermöglichte es Usern ihre eigenen erfundenen Geschichten im Internet zu verbreiten und zwar in einer nahezu perfekten Kopie der CNN-Webseite. Neben den richtigen Farben und dem passenden Lay-Out hatte die Fake-Seite auch die gleiche Werbung wie der Nachrichtensender.

Auf den Link achten

Der CNN-Fake der Spoof-Seite wurde erst vor Kurzem wieder vom Netz genommen, nachdem sich viele Geschichten schon millionenfach verbreitet hatten. Da via E-Mail oft nur Links direkt auf die Geschichten der jeweiligen News-Seite versendet werden, konnten sich die Fake-Seiten über Zugriffe in Millionenhöhe freuen. Um nicht einer Fake-Geschichte aufzusitzen, sollten User auf die Links zu den jeweiligen Geschichten achten. Auffällig ist in diesem Zusammenhang, dass meist nach der Original-Adresse ein "@" zu finden ist, dass den User dann auf eine völlig andere Seite in Internet lenkt. In letzter Zeit gab es neben Meldungen von "CNN" (diese wurden zum Beispiel in der Form: "http://www.cnn.com@89.111.23.11/... verbreitet) auch immer öfter gefälschte Versteigerungen bei eBay - auch hier schien es ein richtiger Link zu sein, der den Anwender aber dann in die Irre führte - etwa "http://www.ebay.com@66.123.45.45/...

Die neuen prominenten Studenten

Neben gefälschten Nachrichten aus den Bereichen Wirtschaft und Dienstleistungen, boomen in dne USA vor allem die Gerüchte-Meldungen. So kommt es immer wieder vor, dass Fake-Meldungen über diverse Prominente, die sich an dieser und jener amerikanischen Universität eintragen haben, berichten. Dies führt nicht nur zu einem wahren Ansturm auf die Inskriptionsunterlagen der betreffenden Universität, sondern auch zu einem erhöhten Fan-Tourismus und unzähligen Briefen und E-Mails mit Autogrammwünschen an das Dekanat. Die Universitäten reagieren in solchen Fällen meist mit einem Widerruf auf der Webseite und sehen sich mit einer Menge zusätzlicher Arbeit konfrontiert.

Die lebenden Toten

Auch Nachrufe auf bekannte Stars machen eine Vielzahl der Fake-Meldungen aus. Als ein Beispiel von vielen sei hier nur die Dave Matthews Band genannt, die auf ihrer Webseite - nachdem im Internet Meldungen aufgetaucht sind, wonach der Sänger an einer Überdosis verstorben sei, folgende Information veröffentlichten: "Please be aware that from time to time individuals may post hoax statements about the band. Any important news about the band or its members will always be reported on this site. If the news is major and not here, it is a hoax."

The Story will be continued...

Nachdem die CNN-Fakesite nun vom Netz ist, sollten sich User allerdings nicht in falscher Sicherheit wiegen, die Zahl der "gefälschten Seiten" ist auch weiterhin unüberschaubar. Ein Beispiel stellt hier etwa www.fakednews.com dar, hier können User noch immer im Stil der von ihnen gewünschten Zeitung Nachrichten verfassen.(red)

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