Falschgeld-Transport im Linienbus nach Wien

5. Februar 2003, 19:18
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Banknoten aus gleicher Werkstätte auch in Deutschland aufgetaucht - drei Verhaftungen

Eisenstadt - Das Bundeskriminalamt hat in einer Bilanz über Euro-Fälschungen im Jahr 2002 festgestellt, dass Wien ist der Umschlagplatz Nummer eins für Euro-Blüten in Österreich ist. Gleich zwei internationale Fälscherbanden konnten am Mittwoch aufgedeckt werden. Im Burgenland entdeckte man einen Ring der zwischen Wien und Serbien-Montenegro operierte und in Salzburg wurde eine Geldfälscherbande festgenommen die zwischen Salzburg und Bulgarien einen regen Notenhandel betrieb.

Verhaftungen

Drei Männer wurden von den Burgenländischen Beamten verhaftet und gefälschte Euro-Banknoten im Nominalwert von über 100.000 Euro sichergestellt. Transportiert wurde das Falschgeld in einem aus Serbien-Montenegro kommenden Linienreisebus, der auf der Ostautobahn A 4 gestoppt wurde.

Fahrziel Wien Südbahnhof

Fündig wurde eine mobile Einsatzgruppe der Zollwache bereits am 19. Jänner. An diesem Tag wurde der Reisebus, der die Grenzkontrollstelle Nickelsdorf passiert und als Fahrziel Wien-Südbahnhof hatte, auf der A 4 angehalten und einer so genannten Nachkontrolle unterzogen.

In Babynahrung-Kartonagen verpackt

Das Reisegepäck eines 38-jährigen Mannes erwies sich als "Bombe": Die Beamten holten nach und nach 704 Stück 100-Euro-Banknoten und 599 Stück 50-Euro-Scheine im Nominalwert von 100.350 Euro heraus. Das Falschgeld war auf 13 Pakete zu je 100 Stück aufgeteilt und in Alufolie eingewickelt. Die Pakete steckten in sechs aus Jugoslawien stammenden Babynahrung-Kartonagen, versteckt zwischen Alupackung und Außenverpackung. Bei den Euro-Banknoten handle es sich um Fälschungen von guter Qualität, heißt es.

Falschgeld aus der gleicher Fälscherwerkstätte auch in Deutschland aufgetaucht

Der Tatverdächtige wurde von den Zollorganen festgenommen, die Kriminalabteilung des Landesgendarmeriekommandos Burgenland eingeschaltet. Bei einer ersten Befragung gab der 38-Jährige an, die Falsifikate wenige Tage zuvor in Belgrad von einem ihm unbekannten Mann gekauft zu haben. Der Kaufpreis soll 4.000 Euro betragen haben.

Ankunft des Linienreisebusses in Wien

Die Ankunft des Linienreisebusses in Wien wurde von der Exekutive observiert. Den Beamten fiel ein Mann auf, der die Ankunft des Busses am Südbahnhof kaum erwarten konnte und großes Interesse an den Insassen des Fahrzeugs zeigte. Der Verdächtige, ein 31-jähriger Mann, bestritt zunächst jede Verbindung zu dem Falschgeld-Transport. Er wurde dennoch verhaftet, nachdem ihm doch eine Beteiligung ab dem Coup nachgewiesen werden konnte.

Als Dritter wurde ein 29-jähriger festgenommen. Er soll schon Anfang Jänner an einen in Innsbruck lebenden Komplizen zehn gefälschte 100-Euro-Banknoten weitergegeben haben. Dieser Mann soll gemeinsam mit seinen zwei Söhnen versucht haben, das Falschgeld unters Volk zu bringen. Das gelang nur in drei Fällen, dann flog die Sache auch schon auf.

Die Exekutive geht davon aus, dass ihr ein großer Schlag gegen eine sowohl in Österreich als auch in Deutschland agierende Euro-Fälscherbande gelungen ist. Falschgeld, das laut Untersuchungen aus der gleichen Fälscherwerkstätte stammen soll wie die in Österreich sichergestellten Banknoten, ist auch schon in Deutschland aufgetaucht. (APA)

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