VW ruft 850.000 Autos zurück

5. Februar 2003, 17:59
32 Postings

Kette von Qualitätsproblemen reißt nicht ab - In Österreich müssen rund 2.000 Fahrzeuge zurück in die Werkstatt

Hamburg - Der Volkswagen-Konzern hat am Dienstag rund 850.000 Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat und Skoda wegen Problemen mit der Zündspule in die Werkstätten zurückgerufen. Nur wenige Tage nachdem Haltern von Autos mit kleineren Benzinmotoren wegen Problemen durch Eisbildung im Ölkreislauf kostenlose Reparaturen eingeräumt wurden, kommt damit eine groß angelegte Rückrufaktion auf Europas größten Automobilkonzern zu.

Kosten bei 85 Millionen Euro

Unternehmenskreise bezifferten die voraussichtlichen Kosten der Rückrufaktion auf rund 85 Millionen Euro. Volkswagen befinde sich in Gesprächen mit einem Zulieferer über die Aufteilung der Kosten, hieß es weiter. Ein Unternehmenssprecher machte dazu keine Angaben. Die nach rückläufigem Januar-Absatz in den USA bereits unter Druck stehende Volkswagen-Aktie verlor bis Dienstagabend gut sechs Prozent auf 36,50 Euro.

Betroffen von Funktionsstörungen der Zündspule seien Fahrzeuge der genannten Marken mit 1,8-Liter-Turbo-, V5-, V6- und W8-Motoren der Modelljahre 2001, 2002 und Anfang 2003, sagte ein VW-Sprecher. Der Ausfall einer Zündspule, das ist der Signalgeber für die Zündkerze, könne zu einem unrunden Motorlauf bis hin zu abnehmender Motorleistung führen. Für den Fahrer sichtbar leuchte dann die Motorkontrolle auf. In diesem Fall müsse die Werkstatt aufgesucht werden.

Rund 2.000 Wagen in Österreich betroffen

Von der Rückrufaktion sind vergleichsweise wenige österreichische Käufer betroffen. "Maximal 2.000" Autos, hauptsächlich Audi und VW der Jahrgänge 2001 und 2002, könnten in der Alpenrepublik zurück in die Werkstatt gerufen werden, schätzt Hermann Becker, Sprecher der Porsche Holding, Generalimporteur der VW-Konzernmarken. Genauere Zahlen liegen derzeit noch nicht vor. Der VW-Konzern setzt pro Jahr in Österreich an die 90.000 Neuwagen ab.

Qualitätseinbruch bei Zulieferteil

Volkswagen machte einen Qualitätseinbruch bei einem Zulieferteil für die Funktionsstörung verantwortlich. Der Name des Zulieferers wurde nicht genannt. Aus Unternehmenskreisen hieß es lediglich, es handele sich um ein Familienunternehmen. Sobald Ersatzteile in ausreichender Stückzahl verfügbar seien, sollten die betroffenen Autobesitzer angeschrieben werden. Je nach Zylinderzahl eines Motors wird eine entsprechende Zahl von Zündspulen benötigt.

Ende Januar hatte Volkswagen Besitzern von Lupo-, Polo- und Golf- sowie Seat- und Skoda-Modellen mit 1,0- und 1,4-Liter-Motoren ab Modelljahr 1997 wegen Motorschäden durch Eisbildung im Ölkreislauf eine hundertprozentige Kulanz auf zehn Jahre eingeräumt. Dies war nach geschehen, nachdem es in einigen Fällen bei Minusgraden zu schweren Motorschäden gekommen war. (APA/Reuters/red)

Link

VW

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der VW-Konzern startet erneut eine umfangreiche Rückrufaktion. Diesmal sind rund 850.000 Autos betroffen.

Share if you care.