Viele Frauen am Internationalen Strafgerichtshof

5. Februar 2003, 12:45
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Zwischenbilanz: Mindestens ein Drittel der 18 Richterposten sind mit Frauen besetzt

New York - Dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH, englisches Kürzel ICC) werden mindestens sechs Richterinnen angehören. Beim ersten Wahlgang für die insgesamt 18 Richterposten bekamen am Dienstag in New York sechs Frauen und ein männlicher Kandidat die erforderliche Stimmenzahl. Jeweils 65 Stimmen - die höchste Zahl - gingen an je eine Richterin aus Irland und ihre Kollegin aus Mali. Südkoreas (männlicher) Kandidat erhielt 63 Stimmen. Ihm folgten die Bewerberinnen aus Brasilien, Ghana, Costa Rica und Südafrika.

Von 87 Ländern getragen

Die weiteren elf Richter sollen noch im Verlauf dieser Woche gewählt werden. Das Gericht, das nach dem Römischen Statut Kriegsverbrechen, Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verfolgen wird, soll im Frühjahr an seinem Sitz in Den Haag die ersten Fälle behandeln. Es wird von 87 Ländern getragen, darunter auch Deutschland. Weitere Staaten haben das Abkommen unterzeichnet, aber bisher noch nicht ratifiziert.

USA außen vor

Die USA sind erklärte Gegner des Internationalen Strafgerichtshofs und haben einige bilaterale Nicht-Auslieferungsabkommen mit einzelnen IStGH-Mitgliedsländern abgeschlossen. Ihr Ziel ist, einer strafrechtlichen Verfolgung von US-Militärs auf der Basis des Römischen Statuts, dem Gründungsvertrag für den Gerichtshof, durch diese Länder generell vorzubeugen. (APA/dpa)

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