Österreicher für strengere Strafen

7. Februar 2003, 14:06
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Gewaltakte sollen nach neuester Umfrage härter bestraft werden, alltägliche Entgleisungen milder

Linz/Wien - Bei vielen Strafdelikten wünschen sich die Österreicher eine strengere Bestrafung. Dies geht aus einer Umfrage (1097 Personen) des Linzer Meinungsforschungsinstituts Imas hervor. Pfusch hingegen gilt weiterhin als Kavaliersdelikt.

Für ein schärferes Vorgehen

Drei Viertel der Befragten sprachen sich für ein schärferes Vorgehen gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern aus. Für 64 Prozent gehörte der Handel mit harten Drogen strenger bestraft, für 57 Prozent die Gewalt in der Familie. Große Anteile der Bevölkerung erwarten auch höhere Strafausmaße für Handel mit illegaler Pornografie und für Schlepper.

Milde Strafen

Zu milde sind nach Ansicht vieler Befragter auch die Strafbestimmungen bei alkoholisiertem Autofahren, Korruption oder Bestechlichkeit in hohen Stellungen, NS-Wiederbetätigung, Missbrauch sozialer Leistungen und Schnellfahren auf der Autobahn.

Kavaliersdelikte

Nur in wenigen Fällen trat die Bevölkerung für ein milderes Vorgehen ein. Zu derartigen Kavaliersdelikten zählt auch die Vergabe von Schwarzarbeit. Passend dazu veröffentlichte die Zollverwaltung eine Halbjahresbilanz zu ausländischen Schwarzarbeitern: Von Juli bis Dezember des Vorjahres wurden in 6602 Betrieben insgesamt 13.959 Arbeitnehmer kontrolliert, 1293 Personen waren illegal beschäftigt.

Insgesamt wurden wegen illegaler Ausländerbeschäftigung Strafen in der Höhe von 4,326.672 Euro beantragt. Von zwölf Millionen Euro an hinterzogener Umsatzsteuer und anderen lohnabhängigen Abgaben wurden sechs Millionen sofort kassiert. Bei der illegalen Beschäftigung von Ausländern sind Baubranche und Gastronomiebetriebe führend. (APA/red, DER STANDARD Printausgabe 6.2.2003)

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