Nokia bestätigt EMTS-Vertragskündigung in allen elf Ländern

5. Februar 2003, 10:35
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Wegen negativem Kundenfeedback - Prüfung der EMTS-Bilanzen ergibt Bilanzmanipulation

Nokia Österreich hat die Aufkündigung aller Kooperationsverträge in elf europäischen Ländern - inklusive Österreich - mit dem börsenotierten Salzburger Handydienstleister EMTS per Ende Juli 2003 bestätigt. Dieser Entschluss basiere auf negativem Kundenfeedback und auf den unbefriedigenden Ergebnissen interner Evaluierungen, hieß es in einer Pressemitteilung. Mit dem weltgrößten Handyhersteller kommt der EMTS der wichtigste Partner abhanden. Die EMTS hält indes heute ab 14 Uhr eine außerordentliche Hauptversammlung in Salzburg ab.

"Gemeinsame Ziele nicht erreicht"

EMTS habe die gemeinsam festgelegten Ziele zu Gunsten einer europaweiten Zusammenarbeit nicht erreicht, begründete Nokia die Vertragskündigung. Die erwarteten Synergien aus der länderübergreifenden Kooperation hätten sich nicht realisiert. Nokia bedaure zwar die Situation, dieser Schritt sei jedoch notwendig gewesen, "um das hohe Niveau der europaweiten Servicestandards und das hohe Maß an Kundenzufriedenheit aufrechtzuerhalten".

Lokale Partner

Nokia könne in Österreich und anderen europäischen Ländern an Stelle der EMTS auf andere lokale Partner zurückgreifen. In Österreich habe man etwa Partnerschaften mit der österreichischen TeleTEK, der dänischen Teleservice und der deutschen ETL. Auch die 150 Händler, die als CNSP (Club Nokia Service Points) fungieren, würden wie bisher reparaturbedürftige Geräte annehmen.

EMTS hatte gestern mitgeteilt, dass die bisher vorliegenden Überprüfungsergebnisse eine Bilanzmanipulation durch das frühere EMTS-Management bestätigt hätten. Im Konzernabschluss 2001 gebe es demnach Anpassungserfordernisse in der Höhe von drei bis fünf Mio. Euro, Deloitte & Touche hätten daher ihren Bestätigungsvermerk für den Konzernabschluss 2001 zurückgezogen. Mit einem Abschluss der von KPMG durchgeführten Sonderprüfung sei im Laufe des Februar 2003 zu rechnen.

Hauptversammlung

Die EMTS-Aktie, die am Montag um mehr als 63 Prozent eingebrochen war, verlor heute weiter an Terrain und sank gegen 10 Uhr Vormittags um 3,77 Prozent auf 0,51 Euro. Bei der heutigen HV sollen die Aktionäre über eine Kapitalerhöhung und eine Verlegung des Firmensitzes von Salzburg nach Brunn am Gebirge abstimmen.

Die EMTS ist zu 71 Prozent in Streubesitz, 5,21 Prozent gehören dem Austrian Private Equity Fund (APEF), 23,78 Prozent stehen in Privatbesitz - u.a. gehören mehr als 10 Prozent dem EMTS-Gründer und früheren Vorstand Franz Guggenberger.(APA)

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