Körper baut Metall selbst zu Gift um

4. Februar 2003, 21:59
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Zerstört die Struktur von Eiweißen

Wien - Die Giftwirkung des Quecksilbers hängt wesentlich von der chemischen Form ab, in der das Element vorliegt. Lösliche Quecksilbersalze besitzen eine ätzende Wirkung, die zu schlecht heilenden Geschwüren führt. Metallisches Quecksilber hat einen Hang, sich zu verflüchtigen, sodass es über die Atemwege zu chronischen Vergiftungen kommen kann.

Ein großes Problem bei Quecksilber schafft der Körper selbst: Bestimmte Enzyme, die Methylgruppen (Kohlenwasserstoffgruppen) übertragen, können auch Quecksilber methylieren. Das entstehende "Dimethylquecksilber", eine metallorganische Verbindung, ist fettlöslich und kann daher die Zellmembran durchdringen. Das Schwermetall wird über den ganzen Körper verteilt und reichert sich im Fettgewebe an. Es ist in der Lage, Disulfid-Brücken der Proteine aufzubrechen, die Struktur der Eiweiße zu verändern - die dann ihre Funktionsfähigkeit verlieren. Diese Störungen können in allen Organen und Geweben auftreten, besonders anfällig ist das Nervensystem.

Diese Proteinzerstörung wurde vor etwa 50 Jahren als Minamata-Krankheit in Japan bekannt: Etwa 1500 Menschen starben nach Konsum von quecksilberverseuchtem Fisch. (fei/DER STANDARD, Printausgabe, 5.2.2003)

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