Kommentar: Waffenschwund

4. Februar 2003, 20:43
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Von RAU

Der private Waffenbesitz in Österreich geht zurück. Die psychologische Verlässlichkeitsprüfung alle fünf Jahre war vielen Kleinhäusler-Rambos offenbar doch zu mühsam und aufwändig. Obwohl diverse Waffen-Fanclubs gerne bereit sind oder waren, "Tipps zur Verlässlichkeitsprüfung" zu geben. So existierte eine Zeit lang eine Website mit nützlichen Ratschlägen: "Meiden Sie die Tester des Kuratoriums für Verkehrssicherheit! Sie sind die strengsten Prüfer, weil sie von privaten Aufträgen unabhängig sind - Wählen Sie aus der Liste der Testpsychologen nach Möglichkeit selbstständig arbeitende Psychologen, die auf private Aufträge angewiesen sind - Frauen sind strengere Prüfer als Männer - Geben Sie nicht zu viel von Ihrem Privatleben preis - Lassen Sie sich durch unangenehme, ins Privatleben gehende Fragen nicht aus der Ruhe bringen" usw. Und: "Wenn Sie gefragt werden, was Sie von der Verlässlichkeitstestung halten, sagen Sie: ,Angesichts der Bluttaten, die in letzter Zeit mit Waffen begangen worden sind, halte ich das für eine sinnvolle Einrichtung.'"

Clever, dieser Schummelzettel. Aber anscheinend wollen etliche das Risiko der Prüfung doch nicht mehr eingehen. (DER STANDARD, Printausgabe, 5.2.2003)

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