Raumschiff und Astronauten zerfetzt

5. Februar 2003, 20:52
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AustroMir-Experte Riedler: Gefundene Leichenteile widersprechen These vom "Verglühen"

Graz - Die sieben Astronauten seien wahrscheinlich durch einen "jähen Druckabfall" ums Leben gekommen, nachdem das Shuttle in sechzig Kilometer Höhe "auseinander gebrochen ist": So stellt sich Willibald Riedler, wissenschaftlicher Leiter des Austromir-Projekts, den Ablauf der Columbia-Katastrophe vor.

Danach sei wohl in Teilen des zerborstenen Flugkörpers Feuer ausgebrochen, genährt von "Treibstoffresten" aus den insgesamt 46 kleinen Antriebsdüsen. Dies, sagt Riegler, könnte die Auffindung größerer Shuttle-Reste im Absturzgebiet erklären. Und verkohlter Leichenteile, die den Astronauten zugeordnet werden.

"Nicht verglüht"

Diese Funde widersprechen der unmittelbar nach dem Absturz geäußerten These, das Raumschiff und seine Besatzung seien verglüht. "Ein Leck in der Außenhaut, wie es die Columbia nach jetzigem Wissensstand aufgewiesen haben soll, stört die Aerodynamik des Flugkörpers. Beim Wiedereintritt in die Atmosphäre könnte an dieser Stelle große Reibungshitze aufgetreten sein", mutmaßt der heimische Raumfahrtexperte.

Dadurch könnte sich das Loch vergrößert haben - bis hin zum Zerfetzen von Raumschiff und Besatzung. Meint Riedler - und hofft dennoch, dass die Besatzung nicht lange gelitten hat. (bri/DER STANDARD; Printausgabe, 5.4.2003)

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