Größte Rebellenbewegung stellt Liberias Präsident Taylor Ultimatum

4. Februar 2003, 19:23
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Regierungsgegner stehen kurz vor der Hauptstadt Monrovia

Monrovia - Nach der Eroberung von zwei wichtigen Städten im Nordwesten Liberias haben die Rebellen im westafrikanischen Bürgerkriegsland der Regierung ein Ultimatum gestellt. Präsident Charles Taylor habe eine Woche Zeit, um die Hauptstadt Monrovia zu verlassen, sagte Milizenchef Sekou Damate Conneh am Dienstag. Damit könnte weiteres Blutvergießen verhindert werden. Seine Truppen stünden nur noch wenige Kilometer vor der Hauptstadt.

Das liberianische Verteidigungsministerium bestätigte, dass die Rebellen die Stadt Tubmanburg eingenommen hätten. Flüchtenden Einwohnern zufolge fiel in der Nacht auch die Ortschaft Klay in die Hände der Regierungsgegner. "Wenn sie sich weiter mit dieser Geschwindigkeit bewegen, werden sie vor dem Wochenende in Monrovia sein", sagte ein Flüchtling. Die Regierung verlegte unter anderem Eliteeinheiten der liberianischen Marine an die Front.

Der ehemalige Kriegsherr Taylor ist seit 1997 an der Macht. Seit 1999 führen seine Anhänger einen blutigen Krieg gegen Kämpfer aus dem Norden des Landes, die während des Bürgerkriegs von 1989 und 1997 Taylors Gegner waren. (APA)

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