Ölpreisanstieg: Brüssel sorgt sich um EU-Wachstum

4. Februar 2003, 15:40
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Bislang verhinderte nur der hohe Euro-Kurs Schlimmeres

Brüssel - Die EU-Kommission ist angesichts der Höhenflugs der Ölpreise besorgt um die Wachstumsaussichten in Europa. Falls der Durchschnittspreis für ein Fass Rohöl (159 Liter) im Schnitt des laufenden Jahres bei gut 35 Dollar (32,6 Euro) liege, könnte die Wirtschaft um 0,2 Prozentpunkte weniger wachsen als zunächst vorhersagt, sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Pedro Solbes am Dienstag in Brüssel. Für das Euroland erwartet die Kommission unverändert 1,8 Prozent Wachstum im laufenden Jahr.

Starker Euro linderte Folgen

Die EU-Kommission nahm bei ihrer noch gültigen Vorhersage vom November einen Durchschnittspreis pro Fass Rohöl von 25,2 Dollar für 2003 an. Die Preise waren jedoch Ende letzten Jahres wegen des drohenden Irak-Krieges und des Streiks in der venezolanischen Erdölindustrie explodiert und liegen derzeit um die 30 Dollar je Fass.

Zu den möglichen Folgen eines Irak-Krieges auf die Preisentwicklung nahm die Solbes-Behörde keine Stellung. Sie wies aber darauf hin, der gestiegene Wechselkurs des Euro gegenüber dem Dollar gleiche derzeit den Negativeffekt des Ölpreises teilweise wieder aus.

Der französische Wirtschafts- und Finanzminister Francis Mer hatte bereits gefordert, beim nächsten Treffen mit seinen EU-Amtskollegen sollte darüber beraten werden, wie die Folgen eines möglichen starken Ölpreisanstiegs kurzfristig aufgefangen werden könnten.

Die Inflation im Euroland schwächte sich im Jänner wieder ab. Die jährliche Inflationsrate betrug 2,1 Prozent nach 2,3 Prozent im Dezember, teilte das Europäische Statistikamt Eurostat in Luxemburg in einer ersten Vorabschätzung mit. Noch im Dezember hatte es einen Anstieg gegeben, unter anderen wegen anziehender Energiepreise. Über die Gründe des Jänner-Rückgangs wird Eurostat erst zu Monatsende berichten. (APA/dpa)

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